http://www.faz.net/-gum-74di2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.11.2012, 13:39 Uhr

Umwelt Bodensee so sauber wie vor 60 Jahren

Wenig Phosphor, wenig Schmutz: Das Wasser im Bodensee wird immer sauberer. Doch während sich Umweltbehörden darüber freuen, schlagen die Fischer Alarm – aus Angst um ihre Erträge.

© dpa Trotz des Bevölkerungswachstums: Der Schmutzgehalt im Bodensee hat sich in den vergangenen Jahren weiter verringert.

Der Bodensee ist nach Angaben von Schweizer Experten so sauber wie seit sechzig Jahren nicht mehr. Der Zustand des Gewässers werde durch die Belastungskurve mit Phosphor belegt, sagte Beat Baumgartner vom Umweltamt im Kanton Thurgau am Donnerstag. Vor allem die 220 Kläranlagen im Einzugsgebiet des Sees hätten zur Sauberkeit beigetragen. Trotz des Bevölkerungswachstums hätten sich die Schmutz- und Nährstoffeinträge in den Bodensee auch in den letzten zehn Jahren verringert.

Damit sei der Bodensee auch für den Klimawandel besser gerüstet, sagte Baumgartner. „Wir haben im Schnitt zwar wärmere Winter, dadurch kühlt sich das Seewasser nicht mehr so ab und zirkuliert weniger.“ Durch die gute Wasserqualität habe das Tiefenwasser aber auch dann noch genügend Sauerstoff, wenn die verschiedenen Wasserschichten sich im Winterhalbjahr nicht so gut vermischten. Dadurch werde den Bodenseefischen auch in Jahren mit unvollständiger Wasserzirkulation „die Luft nicht ausgehen“, hieß es.

Fische wachsen langsamer

Doch gerade, wenn es um die Fische geht, stößt das saubere Bodenseewasser nicht bei allen auf vorbehaltlose Freude: Auf deutscher Seeseite hatten zuletzt Fischer Alarm geschlagen. Sie beklagen Ertragseinbrüche wegen des geringen Phosphorgehalts im See. Den Fischen fehlten Nährstoffe, wodurch sie langsamer wüchsen, hieß es.

Mehr zum Thema

Zwar wollten auch die Fischer einen sauberen See – doch mit einem Phosphorgehalt von unter zehn Milligramm pro Kubikmeter werde es schwierig für die Fische. Inzwischen liege der Gehalt schon unter sechs Milligramm. „In unseren Augen hat der Phosphorgehalt nichts mit der Sauberkeit des Sees zu tun. Für die Wasserqualität spielt das überhaupt keine Rolle“, sagte Norbert Knöpfler vom Württembergischen Fischereiverein am Donnerstag.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Regelmäßige Kontrolle So prüfen Sie die Wasserqualität ihres Pools

Das öffentliche Freibad ist billiger, der eigene Pool aber unbezahlbar. Damit das Nass ein Vergnügen bleibt, ist die Kontrolle der Wasserqualität unverzichtbar. Nur womit? Mehr Von Holger Appel

20.06.2016, 11:10 Uhr | Technik-Motor
Küche Dalmatiens Miesmuscheln nach Buzara-Art aus Kroatien

Fisch und Meeresfrüchte spielen in der Küche Dalmatiens eine wichtige Rolle. Ein typisches Gericht sind Muscheln nach Buzara Art. Auch im Restaurant Posat in Dubrovnik steht die schmackhafte Speise auf der Karte. Mehr

30.06.2016, 10:37 Uhr | Stil
Südchinesisches Meer China kritisiert Indonesien wegen Schüssen

Ein indonesisches Kriegsschiff soll im umstrittenen Südchinesischen Meer chinesische Fischer beschossen haben. Indonesien weißt die Vorwürfe aus China zurück und spricht von Warnschüssen. Mehr

20.06.2016, 08:31 Uhr | Politik
Amerika Bahn fahren mit 1200 Stundenkilometern

Mit Reisegeschwindigkeiten von über 1200 Stundenkilometern am Boden will die amerikanische Firma Hyperloop One den Personenverkehr revolutionieren. Magnetschwebetechnologie soll Transportkapseln dabei durch Röhren mit reduziertem Luftdruck bewegen. Am Mittwoch kündigte Firmenchef Brogan Bambrogan nun an, bis zum Ende des Jahres einen fertigen Prototypen in der Wüste von Nevada testen zu wollen. Mehr

02.06.2016, 10:00 Uhr | Wirtschaft
Zwischen Doping und EM-Aus Die Lex Russland

Gruppenletzter bei der EM und am Pranger: Die Leichtathleten gelten als gedopt – es sei denn, sie können das Gegenteil beweisen. Der russische Sport liegt in Scherben. Mehr Von Evi Simeoni, Lausanne

21.06.2016, 17:56 Uhr | Sport