http://www.faz.net/-gum-74di2

Umwelt : Bodensee so sauber wie vor 60 Jahren

  • Aktualisiert am

Trotz des Bevölkerungswachstums: Der Schmutzgehalt im Bodensee hat sich in den vergangenen Jahren weiter verringert. Bild: dpa

Wenig Phosphor, wenig Schmutz: Das Wasser im Bodensee wird immer sauberer. Doch während sich Umweltbehörden darüber freuen, schlagen die Fischer Alarm – aus Angst um ihre Erträge.

          Der Bodensee ist nach Angaben von Schweizer Experten so sauber wie seit sechzig Jahren nicht mehr. Der Zustand des Gewässers werde durch die Belastungskurve mit Phosphor belegt, sagte Beat Baumgartner vom Umweltamt im Kanton Thurgau am Donnerstag. Vor allem die 220 Kläranlagen im Einzugsgebiet des Sees hätten zur Sauberkeit beigetragen. Trotz des Bevölkerungswachstums hätten sich die Schmutz- und Nährstoffeinträge in den Bodensee auch in den letzten zehn Jahren verringert.

          Damit sei der Bodensee auch für den Klimawandel besser gerüstet, sagte Baumgartner. „Wir haben im Schnitt zwar wärmere Winter, dadurch kühlt sich das Seewasser nicht mehr so ab und zirkuliert weniger.“ Durch die gute Wasserqualität habe das Tiefenwasser aber auch dann noch genügend Sauerstoff, wenn die verschiedenen Wasserschichten sich im Winterhalbjahr nicht so gut vermischten. Dadurch werde den Bodenseefischen auch in Jahren mit unvollständiger Wasserzirkulation „die Luft nicht ausgehen“, hieß es.

          Fische wachsen langsamer

          Doch gerade, wenn es um die Fische geht, stößt das saubere Bodenseewasser nicht bei allen auf vorbehaltlose Freude: Auf deutscher Seeseite hatten zuletzt Fischer Alarm geschlagen. Sie beklagen Ertragseinbrüche wegen des geringen Phosphorgehalts im See. Den Fischen fehlten Nährstoffe, wodurch sie langsamer wüchsen, hieß es.

          Zwar wollten auch die Fischer einen sauberen See – doch mit einem Phosphorgehalt von unter zehn Milligramm pro Kubikmeter werde es schwierig für die Fische. Inzwischen liege der Gehalt schon unter sechs Milligramm. „In unseren Augen hat der Phosphorgehalt nichts mit der Sauberkeit des Sees zu tun. Für die Wasserqualität spielt das überhaupt keine Rolle“, sagte Norbert Knöpfler vom Württembergischen Fischereiverein am Donnerstag.

          Quelle: DPA

          Weitere Themen

          Großbritanniens Fischer und der Brexit Video-Seite öffnen

          Ungewisse Zukunft : Großbritanniens Fischer und der Brexit

          Für die britischen Fischer ist der Brexit eine große Hoffnung. Sie wollen die Fischgründe 12 Seemeilen vor der britischen Küste wieder exklusiv für sich haben. Die holländischen Kollegen warnen dagegen vor einem Kampf um den Fisch.

          Kölsche Glühwein-Polizei Video-Seite öffnen

          Qualitätskontrolle : Kölsche Glühwein-Polizei

          Heiß, heißer, zu heiß- Lebensmittelkontrolleur Oliver Maier prüft auf dem Kölner Weihnachtsmarkt nicht nur Sauberkeit und Lagerung des Heißgetränks, sondern auch die Temperatur. Doch warum darf ein Glühwein nicht wärmer als 78 Grad sein?

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Der Offshore-Windpark Butendiek etwa 30 Kilometer vor Sylt in der Nordsee

          F.A.Z. exklusiv : EU streicht Betrieben Ökostrom–Befreiung

          Für bis zu 10.000 Betriebe steigt ab Januar die Stromrechnung, weil die EU ihnen die Befreiung von der Ökostromumlage gestrichen hat. Zusatzkosten in Millionenhöhe werden erwartet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.