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Südafrika Krokodile im Todesfluss

 ·  In Südafrika sind Tausende Krokodile wegen Hochwassers aus einer Farm entkommen. Auch nach Tagen sind immer noch viele der Tiere in Freiheit und bedrohen nun die Bewohner der Region.

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Als wäre Hochwasser nicht schlimm genug: Aus einer Krokodilfarm in der südafrikanischen Provinz Limpopo sind am Sonntag fast 15.000 Krokodile entkommen. Auch nach tagelanger Suche soll ungefähr die Hälfte der Tiere noch in dem nahegelegenen Limpopo-Fluss herumschwimmen und die Anwohner dort in Angst und Schrecken versetzen.

Wie ein Verwandter des Farmbesitzers der Zeitung „Beeld“ berichtete, waren die Reptilien ins Freie gelangt, als die Züchter wegen des Hochwassers die Tore zu ihrem Anwesen öffnen mussten. Die Wassermassen aus dem über die Ufer getretenen Fluss hatten eine solche Wucht, dass sie andernfalls die Mauern zerstört und noch mehr Unheil angerichtet hätten. „Früher gab es nur wenige Krokodile im Limpopo, jetzt sind es wirklich sehr, sehr viele“, sagte Zane Langman, der Schwiegersohn des Krokodilzüchters.

Die Provinz im Norden Südafrikas wird seit einer Woche von wolkenbruchartigen Regenfällen heimgesucht. Große Teile der Region sind überschwemmt. Zahllose Bewohner verloren ihre Häuser. Viele retteten sich vor den Fluten auf Hausdächer und Hügel. Mindestens acht Personen kamen ums Leben. Das Hochwasser trifft auch die als Touristenattraktionen bekannten Nationalparks. Mehrere Touristenunterkünfte im Kruger-Nationalpark und im benachbarten Mapungubwe-Nationalpark mussten wegen der Überschwemmungen geschlossen werden. Der Bergbaukonzern Coal of Africa stellte den Betrieb in einem Kohlebergwerk vorläufig ein.

Bislang sollen die Reptilien aus der Rakwena-Farm nahe dem Ort Pontdrif noch keine Menschen angefallen haben. Die Zeit aber drängt. Der Limpopo-Fluss - im Volksmund auch „Fluss des Todes“ genannt - ist wegen besonders großer Krokodile ohnehin gefürchtet. Immer wieder fallen illegale Einwanderer, die sich von Zimbabwe nach Südafrika durchschlagen wollen, den Tieren zum Opfer.

Die Suche nach den Krokodilen fällt nicht leicht. Am besten sollen sie nachts auszumachen sein. Dann reflektieren ihre Augen Scheinwerferlicht. Einige Ausreißer wurden außerdem von Bauern auf ihren Grundstücken gesichtet. Ein Krokodil stattete dem Rugby-Platz einer Schule einen Besuch ab. Und eine Familie kam den Tieren gefährlich nahe, als sie auf Rettung aus ihrem überfluteten Haus wartete. „Als wir dort ankamen, schwammen überall Krokodile herum“, erzählt Langman, „man kann von Glück sagen, dass die Leute noch am Leben sind.“

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