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Sternbilder Ein Engel zur Adventszeit

16.12.2011 ·  Adventliches im All: Ein Nebel im Sternbild Schwan, den das Weltraumteleskop Hubble aufgenommen hat, ähnelt einem materialisierten Engel, der seine Flügel ausbreitet.

Von Günter Paul
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© Space Telescope Science Institute Diese Gaswolke, die von einem jungen Stern im Zentrum aufgeheizt wird, ähnelt einem materialisierten Engel, der seine Flügel ausbreitet.

Normalerweise als aktiv und chaotisch bekannt, scheint der rund 2000 Lichtjahre von uns entfernte Nebel S 106 im Sternbild Schwan in der Adventszeit ein Bild der Ruhe zu bieten. Dann ähnelt die Gaswolke, die von einem jungen Stern im Zentrum aufgeheizt wird, einem materialisierten Engel, der seine Flügel ausbreitet.

Junge Sterne sind heiß, und sie stoßen riesige Gasmassen aus, die sich mit großer Geschwindigkeit fortbewegen. Bei dem Prozess werden die Gas- und Staubansammlungen in ihrer Umgebung verdrängt. S 106 IR – der Stern in der Mitte, der normalerweise von Staub verdeckt wird und daher nur im Infraroten zu sehen ist – hat eine Masse von ungefähr 15 Sonnen. Durch die Heftigkeit, mit der sein Sternenwind die Umgebung aufmischt, wird gasförmiger Wasserstoff, der durch diese Anregung selbst wiederum zu strahlen beginnt, auf eine Temperatur von rund 10 000 Grad aufgeheizt.

Ein Flügel-Durchmesser von zwei Lichtjahren

Die Aufteilung der Wasserstoff-Wolke in zwei Flügel – mit einem Durchmesser von zusammen knapp zwei Lichtjahren – kommt durch einen Staubring zustande, der den Stern umgibt. Von der Erde aus blicken wir auf die Kante dieses Rings, dessen Ebene das Bild von oben nach unten durchläuft, sodass in den mittleren Bildregionen der Staub den Blick auf das Geschehen erschwert.

Die Astronomen, die solche Sternentstehungs-Regionen, die wegen ihrer zweigeteilten Form bipolare Nebel genannt werden, mit dem amerikanisch-europäischen Hubble-Weltraumteleskop untersuchen, kombinieren für ihre Arbeit im allgemeinen zwei Fotos, die in besonders ausgewählten und für sie günstigen Spektralbereichen aufgenommen werden. Darin fallen die wichtigen Informationen sofort auf. Das eine Bild (blau) enthält den Bereich, in dem das heiße, angeregte Wasserstoffgas am kräftigsten leuchtet. Das andere Bild (rot) umfasst den Infrarotbereich des Spektrums, der den Staub am besten wiedergibt.

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Jahrgang 1946, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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