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Österreich : Gesetz gegen den „Jagertee“

In Österreich gab es in jüngster Zeit mehrere Jagdunfälle - trotz Warnkleidung. Bild: dapd

Nach einem tödlichen Jagdunfall wird in Österreich nun über strengere Gesetze diskutiert. Im Mittelpunkt steht eine Forderung: Alkoholverbot vor und bei der Jagd.

          Infolge mehrerer Jagdunfälle in jüngster Zeit, von denen einer am vergangenen Wochenende für einen jungen Mann tödlich ausgegangen ist, wird in Österreich über schärfere Reglementierungen diskutiert. So fordern der Tierschutzbund, aber auch Politiker der Grünen ein vollständiges gesetzliches Alkoholverbot vor und bei der Jagd, psychologische Tests vor Erteilung einer Lizenz und regelmäßige Augenkontrollen bei Jägern über 50. Die Grünen stellten zudem ein Verbot von Treibjagden zur Debatte. Gegen diese Forderungen wenden sich die Jagdverbände. Sie verweisen unter anderem darauf, dass Alkohol bei der Jagd schon in den Satzungen der Verbände verboten und eine gesetzliche Regelung daher überflüssig sei.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Am Samstag hatte ein Jäger einen Treiber aus 15 Meter Entfernung erschossen. Der 55 Jahre alte Schütze habe auf eine Bewegung im Dickicht oder auf einen „dunklen Fleck“ reagiert, teilte die Polizei mit. Er habe sein Ziel mithin nicht genau erkannt, also „nicht angesprochen“, wie es in der Jägersprache heißt. Der 21 Jahre alte Treiber hatte vorschriftsgemäß eine Signalweste getragen. Nach Polizeiangaben war der Jäger leicht alkoholisiert, aber in einem Maße, bei dem noch Fahrtüchtigkeit bestanden habe.

          An demselben Wochenende verletzte ein Jäger bei der Fuchsjagd seinen Bruder, der einen Teil der Ladung abbekam. Im Dezember hatte ein Jäger beim Kesseltreiben auf Hasen einen Waidgenossen, der aus der Reihe gelaufen war, mit Schrot in die Brust geschossen, bei einer Wildschweinjagd verletzte ein Mann einen anderen Jäger an der Schulter - nach eigenen Angaben, ohne es bemerkt zu haben. Schlagzeilen machte auch der Fall, in dem ein Jäger ein 15.000 Euro teures Fohlen für ein Wildschwein gehalten und erlegt hatte. Weitere, glimpflicher verlaufene Fälle werden in den zu diesen Gelegenheiten publizierten Chroniken festgehalten. Allerdings ist nicht immer Alkohol im Spiel, soweit bekannt. Auch ist nicht geklärt, ob es sich tatsächlich um eine ungewöhnliche Häufung von Vorfällen handelt. Fraglich ist auch, welche Rolle es gegebenenfalls spielt, dass Jagdpächter wegen hohen Wildaufkommens zu hohen Abschusszahlen verpflichtet sind.

          Quelle: F.A.Z.

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