Home
http://www.faz.net/-guq-75zbj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Österreich Gesetz gegen den „Jagertee“

Nach einem tödlichen Jagdunfall wird in Österreich nun über strengere Gesetze diskutiert. Im Mittelpunkt steht eine Forderung: Alkoholverbot vor und bei der Jagd.

© dapd Vergrößern In Österreich gab es in jüngster Zeit mehrere Jagdunfälle - trotz Warnkleidung.

Infolge mehrerer Jagdunfälle in jüngster Zeit, von denen einer am vergangenen Wochenende für einen jungen Mann tödlich ausgegangen ist, wird in Österreich über schärfere Reglementierungen diskutiert. So fordern der Tierschutzbund, aber auch Politiker der Grünen ein vollständiges gesetzliches Alkoholverbot vor und bei der Jagd, psychologische Tests vor Erteilung einer Lizenz und regelmäßige Augenkontrollen bei Jägern über 50. Die Grünen stellten zudem ein Verbot von Treibjagden zur Debatte. Gegen diese Forderungen wenden sich die Jagdverbände. Sie verweisen unter anderem darauf, dass Alkohol bei der Jagd schon in den Satzungen der Verbände verboten und eine gesetzliche Regelung daher überflüssig sei.

Stephan Löwenstein Folgen:    

Am Samstag hatte ein Jäger einen Treiber aus 15 Meter Entfernung erschossen. Der 55 Jahre alte Schütze habe auf eine Bewegung im Dickicht oder auf einen „dunklen Fleck“ reagiert, teilte die Polizei mit. Er habe sein Ziel mithin nicht genau erkannt, also „nicht angesprochen“, wie es in der Jägersprache heißt. Der 21 Jahre alte Treiber hatte vorschriftsgemäß eine Signalweste getragen. Nach Polizeiangaben war der Jäger leicht alkoholisiert, aber in einem Maße, bei dem noch Fahrtüchtigkeit bestanden habe.

Mehr zum Thema

An demselben Wochenende verletzte ein Jäger bei der Fuchsjagd seinen Bruder, der einen Teil der Ladung abbekam. Im Dezember hatte ein Jäger beim Kesseltreiben auf Hasen einen Waidgenossen, der aus der Reihe gelaufen war, mit Schrot in die Brust geschossen, bei einer Wildschweinjagd verletzte ein Mann einen anderen Jäger an der Schulter - nach eigenen Angaben, ohne es bemerkt zu haben. Schlagzeilen machte auch der Fall, in dem ein Jäger ein 15.000 Euro teures Fohlen für ein Wildschwein gehalten und erlegt hatte. Weitere, glimpflicher verlaufene Fälle werden in den zu diesen Gelegenheiten publizierten Chroniken festgehalten. Allerdings ist nicht immer Alkohol im Spiel, soweit bekannt. Auch ist nicht geklärt, ob es sich tatsächlich um eine ungewöhnliche Häufung von Vorfällen handelt. Fraglich ist auch, welche Rolle es gegebenenfalls spielt, dass Jagdpächter wegen hohen Wildaufkommens zu hohen Abschusszahlen verpflichtet sind.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Diskussion über Nato-Beitritt Der Norden hält sich für verwundbar

In Schweden und auch beim Nachbarn Finnland verfolgt man äußerst missmutig das Gebaren Russlands in der Ukraine. Wie sollen die Länder sich schützen? Ein Nato-Beitritt würde die Beziehung zu Russland schwer belasten. Mehr Von Ann-Dorit Boy, Matthias Wyssuwa

16.01.2015, 22:56 Uhr | Politik
Verdacht auf Hanfanbau Özdemir nimmt Stellung zu Ermittlungen

Grünen-Parteichef Cem Özdemir hat dazu Stellung genommen, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihnen ermittelt. Es besteht Verdacht auf Hanfanbau. Seiner Meinung nach ist der Gesetzgeber hier das Problem, weil er nämlich Hanf anders behandelt wie Alkohol. Mehr

20.01.2015, 09:55 Uhr | Politik
Ab 48 Wochenstunden Mehr Arbeit, mehr Alkohol

Menschen, die überdurchschnittlich viel arbeiten, legen einen bedenklichen Umgang mit Alkohol an den Tag - und das weltweit. Bewiesen haben das nun die Finnen. Mehr

16.01.2015, 16:00 Uhr | Beruf-Chance
Bundesparteitag der Grünen Özdemir kritisiert große Koalition

In Hamburg ist am Freitagabend der Bundesparteitag der Grünen gestartet. Parteichef Cem Özdemir hat den Vorwurf zurückgewiesen, seine Partei wolle die Bürger bevormunden. Mehr

22.11.2014, 10:22 Uhr | Politik
Im Gespräch: Markus Frank Jetzt entsteht wieder ein falsches Bild vom Viertel

Im Frankfurter Bahnhofsviertel scheint die Drogendealer-Szene aggressiver zu werden. Ordnungsdezernat Markus Frank darüber, was die Stadt gegen die Beschwerden über die Zustände im Viertel unternimmt. Mehr

18.01.2015, 14:33 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.01.2013, 17:21 Uhr