21.04.2010 · Noch sind es einzelne Tiere, doch in den nächsten Wochen werden Massen von Maikäfern in Südhessen erwartet. Pfungstadt etwa möchte chemische Stoffe gegen die Tiere einsetzen - gegen den Willen der Umweltministerin.
In Südhessens Wäldern fliegen die in den kommenden Wochen massenhaft erwarteten Maikäfer aus. „Die ersten Exemplare sind schon da“, sagte der Leiter des Forstamtes Darmstadt, Hartmut Müller. Im Mai soll es den Höhepunkt mit Millionen von braunen Brummern geben. „Das Tier macht seinem Namen alle Ehre“, sagte Müller.
Die Käfer finden in der Region wegen der Bodenverhältnisse und des niedrigen Grundwasserstandes optimale Lebensbedingungen. Rund 10.000 Hektar Wald sind betroffen. Das Problem: Die Larven der Käfer ernähren sich von Baumwurzeln und bedrohen somit ganze Waldbestände.
Umweltministerin gegen Chemiekeule
Zur Bekämpfung der Käferplage will die Stadt Pfungstadt im Unterschied zu anderen Kommunen eine chemische Keule einsetzen. Damit folgt Pfungstadt auch nicht der Linie von Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU). Sie lehnt wegen des sensiblen Öko-Systems den Einsatz eines Insektizids ab.
Bürgermeister Horst Baier (SPD) drückt aufs Tempo. „Uns eilt es“, sagte er mit Blick auf den begonnenen Flug der Tiere. Der Stadt fehle noch die Genehmigung zum Einsatz des Pflanzenschutzmittels Dimethoat. Das Insektizid soll aus der Luft über 360 Hektar Laub- und Kiefernwald versprüht werden. Dies geschehe üblicherweise in zwei Aktionen, sagte Baier. Während eines solchen Einsatzes muss nicht nur der Wald gesperrt werden, sondern für jeweils zehn Minuten auch die Autobahn 67.