08.05.2007 · Wie kamen sie eigentlich dahin? Und warum? Warum kehrten sie zurück? Und wo ist das Muttertier geblieben? Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Wenigstens sind die vier kleinen Eichhorn-Waisen versorgt. Dank der Feuerwehr. Knut des Tages.
Sie hatten sich ein ungewöhnliches Zuhause ausgesucht, die Eichhörnchen-Mutter und ihre vier kleinen Nachkommen. Sie waren vermutlich vor dem regnerischen Wetter geflohen. Immerhin bis in den vierten Stock eines Münchner Wohnhauses, und dort bis in die Dunstabzugshaube der Küche.
Dumm nur, dass der Nestbau der Nager das Ventilatorrad blockierte. Der Dunst blieb da, wo er nicht bleiben sollte, nämlich in der Wohnung. Damit waren die Bewohner natürlich nicht einverstanden. Als sie den Grund für die Fehlfunktion entdeckten, riefen sie die Feuerwehr. Die war ganz froh, mal nicht nur rauchende Trümmer zurücklassen zu müssen, und befreite die Nagerfamilie aus dem gefährlichen Miet-Bau. Viel besser, so dachten die Retter, seien die putzigen Baumbewohner im Vorgarten aufgehoben.
Lebensretter Feuerwehr
Aber mit dem Regen ist das in diesem Frühjahr so eine Sache - man ist ihn gar nicht mehr gewöhnt. Eichhörnchen scheint es da nicht anders zu gehen als uns. Außerdem war gar nicht einzusehen, warum die Eichhorn-Mutter mit ihren Kindern bei einem Wetter ins Grüne verfrachtet wird, bei dem man nicht einmal einen Hund vor die Tür hetzt. Also machten die flinken Hörnchen, was sie am besten können: Sie kletterten hinauf. Allerdings nicht auf einen Baum, sondern flugs die Hausmauer hinauf - zurück in die alte Wohnung, der kuscheligen Dunstabzugshaube, in der es doch ganz gemütlich und vor allem trocken war.
Sowohl die Küchenbewohner als auch die abermals herbeigerufenen Feuerwehrleute trauten ihren Augen nicht, als sie sahen, dass Eichhörnchen stiekum zurückgekehrt waren. Doch so ganz heil ist die Welt nun leider nicht mehr: Mutter Eichhorn fand sich nämlich nicht mehr in der Abzugshaube. Niemand weiß, wo sie geblieben ist. Glücklicherweise verfügt die Münchner Feuerwehr aber über einen erfahrenen Eichhorn-Züchter, der sich bereit erklärte, für die vier Junghörnchen den Pflegevater zu spielen. Ein kleines Happy-end.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Eichhornmutter nicht zwischenzeitlich auf dem Weg war, ein sichereres Zuhause für ihren Nachwuchs zu finden, und nun - nachdem sie den Bau im Dunstabzug leer vorfand, ziellos auf den regennassen Bäumen umherklettert ...