Home
http://www.faz.net/-gum-74pua
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Klimawandel Grönland hat 260 Milliarden Tonnen Eis verloren

Forscher hatten es immer wieder vorausgesagt, nun ist es offiziell: Die großen Eisschilde der Welt in Grönland und in der Antarktis schmelzen. Allein in den letzten fünf Jahren hätte der Eisverlust ausgereicht, Deutschland einen Meter tief zu überfluten.

© AFP Grönlands Eis schmilzt

Forscher hatten es immer wieder an einzelnen Punkten in den Polargebieten gemessen und in Klimamodellen vorausgesagt, nun ist es offiziell: Die großen Eisschilde der Welt in Grönland und in der Antarktis schmelzen. Von ihnen strömt jedes Jahr erheblich mehr Schmelzwasser in die Ozeane als an Neuschnee auf ihre Eiskappen fällt. Allein in den vergangenen fünf Jahren hätte der Eisverlust ausgereicht, Deutschland einen Meter tief zu überfluten. Das berichtet eine internationale Forschergruppe, an der auch Glaziologen aus München und Innsbruck beteiligt sind, im amerikanischen Wissenschaftmagazin „Science“.

Schon seit Jahrzehnten versuchen Polarforscher zu messen, ob die riesigen Eisschilde in den hohen Breiten an Masse zu- oder abnehmen. Die Bestimmung der sogenannten Massenbilanz des Eises ist für die Klimaforschung von großer Bedeutung, hängt von ihr doch unter anderem der Anstieg des Meeresspiegels ab. Weil es aber weder in Grönland noch in der Antarktis flächendeckend meteorologische Messstationen gibt, sind derartige Messungen äußerst schwierig und räumlich eng begrenzt. Deshalb gab es bisher viele Schätzungen, die sich zum Teil stark widersprachen.

Ein Meeresspiegel-Anstieg von knapp unter einem Millimeter

Um diese Unstimmigkeiten zu beseitigen hat die Forschergruppe nun alle bisherigen Studien und gleichzeitig jene Messdaten ausgewertet, die mehrere europäische und amerikanische Satelliten in den vergangenen fünf Jahren von den Polargebieten aufgenommen haben. Unter anderem wurde von ihnen aus auch die Höhe der Eisschilde mit Radar- oder Laserstrahlen gemessen. Aus den Daten konnte letztlich die Masse des Eises bestimmt werden.

Dabei stellte sich heraus, dass Grönland zwischen 2005 und 2011 rund 263 Milliarden Tonnen Eis verloren hat, in der Antarktis betrug der Verlust etwa 81 Milliarden Tonnen. Weil Eis etwas weniger dicht als Wasser ist, entsprachen die Werte zusammen etwa 372 Milliarden Kubikmeter Schmelzwasser. Umgerechnet auf die Fläche aller Weltmeere trug dieses Schmelzwasser zu einem Anstieg des Meeresspiegels von knapp unter einem Millimeter bei.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Grönland-Kreuzfahrt An den eiskalten Rändern der Welt

Eisbären, Eisschollen und Einsamkeit: Im Nationalpark Nordostgrönlands stößt der Mensch an seine Grenzen – selbst wenn man statt des Hundeschlittens auf einem Kreuzfahrtschiff reist. Mehr Von Mechthild Müser

22.08.2015, 10:36 Uhr | Reise
Nationalpark-Werbevideo Winter in Grönland

Mit Hundeschlitten in Grönland unterwegs. Mehr

24.08.2015, 12:37 Uhr | Reise
Drittes Hilfspaket für Hellas Wie viel Geld brauchen die griechischen Banken?

Für die großen griechischen Banken sind im neuen Hilfspaket bis zu 25 Milliarden Euro eingeplant. Doch wie groß ist ihr Kapitalbedarf wirklich? Und warum werden die Einlagen der Sparer nicht angetastet? Mehr

18.08.2015, 08:18 Uhr | Wirtschaft
Nationalpark-Werbevideo Der Sommer in Grönland

So schön könnte der Sommer in Grönland sein. Mehr

24.08.2015, 12:37 Uhr | Reise
Trockene Zukunft? Wasser marsch!

Dürre in Kalifornien, in Spanien, in Brasilien. Das Wasser wird knapp, heißt es. Wirklich? Eigentlich gibt es genug zu trinken für alle. Denn Wasser ist nicht knapp, es ist nur anders verteilt als früher. Mehr Von Jan Grossarth

22.08.2015, 13:52 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 30.11.2012, 14:07 Uhr