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Veröffentlicht: 30.11.2012, 14:07 Uhr

Klimawandel Grönland hat 260 Milliarden Tonnen Eis verloren

Forscher hatten es immer wieder vorausgesagt, nun ist es offiziell: Die großen Eisschilde der Welt in Grönland und in der Antarktis schmelzen. Allein in den letzten fünf Jahren hätte der Eisverlust ausgereicht, Deutschland einen Meter tief zu überfluten.

© AFP Grönlands Eis schmilzt

Forscher hatten es immer wieder an einzelnen Punkten in den Polargebieten gemessen und in Klimamodellen vorausgesagt, nun ist es offiziell: Die großen Eisschilde der Welt in Grönland und in der Antarktis schmelzen. Von ihnen strömt jedes Jahr erheblich mehr Schmelzwasser in die Ozeane als an Neuschnee auf ihre Eiskappen fällt. Allein in den vergangenen fünf Jahren hätte der Eisverlust ausgereicht, Deutschland einen Meter tief zu überfluten. Das berichtet eine internationale Forschergruppe, an der auch Glaziologen aus München und Innsbruck beteiligt sind, im amerikanischen Wissenschaftmagazin „Science“.

Schon seit Jahrzehnten versuchen Polarforscher zu messen, ob die riesigen Eisschilde in den hohen Breiten an Masse zu- oder abnehmen. Die Bestimmung der sogenannten Massenbilanz des Eises ist für die Klimaforschung von großer Bedeutung, hängt von ihr doch unter anderem der Anstieg des Meeresspiegels ab. Weil es aber weder in Grönland noch in der Antarktis flächendeckend meteorologische Messstationen gibt, sind derartige Messungen äußerst schwierig und räumlich eng begrenzt. Deshalb gab es bisher viele Schätzungen, die sich zum Teil stark widersprachen.

Ein Meeresspiegel-Anstieg von knapp unter einem Millimeter

Um diese Unstimmigkeiten zu beseitigen hat die Forschergruppe nun alle bisherigen Studien und gleichzeitig jene Messdaten ausgewertet, die mehrere europäische und amerikanische Satelliten in den vergangenen fünf Jahren von den Polargebieten aufgenommen haben. Unter anderem wurde von ihnen aus auch die Höhe der Eisschilde mit Radar- oder Laserstrahlen gemessen. Aus den Daten konnte letztlich die Masse des Eises bestimmt werden.

Dabei stellte sich heraus, dass Grönland zwischen 2005 und 2011 rund 263 Milliarden Tonnen Eis verloren hat, in der Antarktis betrug der Verlust etwa 81 Milliarden Tonnen. Weil Eis etwas weniger dicht als Wasser ist, entsprachen die Werte zusammen etwa 372 Milliarden Kubikmeter Schmelzwasser. Umgerechnet auf die Fläche aller Weltmeere trug dieses Schmelzwasser zu einem Anstieg des Meeresspiegels von knapp unter einem Millimeter bei.

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Quelle: F.A.Z.

 

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