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Katastrophe Schlimmstes Unwetter seit Hurrikan George

26.05.2004 ·  Weit fortgeschwemmte Leichen, verwüstete Orte: Das Unwetter, das Haiti und Dominikanische Republik heimgesucht hat, ist wohl das schwerste seit dem Hurrikan von 1998.

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Die Zahl der Opfer der Überschwemmungen in Haiti und der Dominikanischen Republik steigt weiter an. Wie der Zivilschutz in Santo Domingo am Dienstag abend mitteilte, kamen in der dominikanischen Grenzstadt Jimaní 195 Menschen ums Leben. Im benachbarten Haiti meldeten die Behörden zuletzt 358 Tote. Die Opferzahlen liegen vermutlich noch höher, da zahlreiche Menschen noch vermißt werden. Touristen kamen nach den vorliegenden Informationen offenbar nicht zu Schaden. Es handelt sich um die folgenschwersten Unwetter seit dem Hurrikan George, der 1998 die Karibikinseln verwüstete.

In Jimaní wurden nach Angaben des Zivilschutzes 107 Opfer in einem Massengrab bestattet. Das Hochwasser hatte mehr als 200 Häuser zerstört und die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. In der recht trockenen Grenzregion rund 280 Kilometer westlich von Santo Domingo hatte es drei Tage lang heftig geregnet. Das Wasser, das aus den Bergen herabströmte, verwandelte den Fluß Solié in einen reißenden Strom. Das Stadtviertel La Cuarenta wurde fast völlig zerstört. Jimaní liegt an der Hauptstrecke von Santo Domingo nach Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis. Beide Länder teilen sich die Karibikinsel Hispaniola.

Ortschaft Fonds Vérettes völlig zerstört

Am schwersten betroffen von den Unwettern war in Haiti der Ort Fonds Vérettes nordöstlich von Port-au-Prince, wo nach einer vorläufigen Bilanz des Zivilschutzes 158 Menschen in den Fluten umkamen. Dort hatten die Bewohner ihre Häuser in ein Flußbett gebaut, und auch bei früheren Unwettern hatte es dort schon viele Tote gegeben. Die Ortschaft soll praktisch nicht mehr existieren, zahlreiche Leichen wurden von den Fluten mitgerissen und weit fortgetragen. Auch aus dem Department Süd-Ost wurden zahlreiche Opfer gemeldet. Hier sollen mindestens 200 Menschen ihr Leben verloren haben, 150 Verletzte wurden gezählt.

Haitis Übergangspräsident Boniface Alexandre, Regierungschef Gérard Latortue und mehrere Regierungsmitglieder ließen sich mit dem Hubschrauber nach Fonds Vérettes bringen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Auch internationale Hilfsorganisationen und Führungskräfte der von der amerikanischen Armee geführten multinationalen Truppe begaben sich in das Katastrophengebiet. Der Präsident versprach den Anwohnern kurz- und mittelfristige Hilfen, während der Ministerpräsident bekräftigte, er wolle nach den Ursachen der Tragödie forschen. Vor allem die unkontrollierte Abholzung sei Schuld daran, sagte Latortue.

Auch Guadeloupe betroffen

Überschwemmungen gab es auch in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo. In dem Vorort Villa Mella starben zwei Menschen. Ein Mann ertrank in dem Stausee Hatillo im Zentrum des Landes, vier Menschen wurden von den Fluten des Rio Yuna in den nördlichen Provinzen Duarte und Maria Trinidad Sánchez in den Tod gerissen.

Auch für die Landwirtschaft entstand bei den tagelangen Regenfällen beträchtlicher Schaden. Die Infrastruktur ist ebenfalls stark beeinträchtigt. Mehrere haitianische Gemeinden haben derzeit keine Strom- und Wasserversorgung mehr. Auf der östlich gelegenen französischen Antilleninsel Guadeloupe waren etliche Häuser überschwemmt und Straßen unbefahrbar.

Quelle: @dho, mit Material von dpa und AFP
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