20.08.2009 · Deutschland hat mit Temperaturen von örtlich bis zu 36 Grad am Donnerstag den bislang heißesten Tag des Jahres erlebt. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte, stiegen die Thermometer vor allem in der Westhälfte des Landes deutlich über die 30-Grad-Marke.
Von Lara SogorskiMit viel Sonne und Temperaturen von durchweg über 30 Grad hat Hoch „Lina“ am Donnerstag ganz Deutschland kräftig eingeheizt. Am Nachmittag wurden in Heidelberg 37 Grad gemessen, weiter südlich in Waghäusel im Rheintal waren es sogar 37,1 Grad. Damit könnte der Donnerstag als heißester Tag des Jahres in die Statistik eingehen. Die Hitzewelle hielt aber nicht lange an: Vom Westen zog eine Gewitterfront auf Deutschland zu, die bis zum (morgigen) Freitag im ganzen Land Abkühlung bringt.
Die Hitze war teilweise drückend schwül: So lag die gefühlte Temperatur in Mannheim wegen der Luftfeuchtigkeit und wenig Wind bei deutlich über 40 Grad. Durchweg lagen die Temperaturen über 30 Grad, nur auf den Gipfeln der Berge war es etwas kühler, wie Meteorologin Dorothea Paetzold mitteilte. So wurden auf dem Feldberg in Schwarzwald am Nachmittag 24 Grad gemessen, in Oberstdorf auf einer Höhe von 800 Metern waren es allerdings immer noch 31 Grad.
Der August war bislang überdurchschnittlich warm
Schon am Mittwoch gab es sonniges Hochsommerwetter, so dass Rettungskräfte einige Menschen versorgen mussten, die zum Beispiel unter Kreislaufschwäche leiden oder zu wenig tranken. Die Bonner Feuerwehr rettete am Donnerstag ein Kleinkind aus einem verschlossenen Auto. Die Fenster waren nur einen kleinen Spalt weit geöffnet. Die Stadt kündigte an, gegen den Vater Anzeige wegen Misshandlung Schutzbefohlener zu erstatten.
Der August war bislang überdurchschnittlich warm. Bisher ist der Monat etwa zwei Grad wärmer als im langjährigen Mittel, wie die Meteorologin Paetzold erklärte. „Der heutige Tag dürfte diese Werte noch etwas verstärken“, sagte sie.
„Immer anders, als man denkt“
Eher trockene Hitze gab es in einem Streifen von Mecklenburg-Vorpommern über Berlin bis nach Sachsen. Diese Regionen werden erst am Freitag von Schauern und Gewittern erreicht. Die Front, die von Frankreich und den Beneluxstaaten Richtung Deutschland zog, sollte in der Nacht eine Linie von Niedersachsen über Thüringen bis ins nördliche Baden-Württemberg ereichen.
Dabei haben die Meteorologen das Problem, dass sich Gewitter nur schwer genau vorhersagen lassen. „Das kommt immer anders, als man denkt“, betonte Paetzold. Bayern und der Osten Deutschlands bekommen wohl erst am Freitag kühlere Temperaturen.
Hitze auch in der Schweiz
Abkühlung bedeutet aber nicht, dass der Sommer vorbei ist. Das sonniges Wetter geht am Wochenende weiter, aber bei weitem nicht so schweißtreibend wie bisher. Im Westen steigen am Freitag die Temperaturen auf 21 bis 26 Grad an, im Osten nochmals auf um die 30 Grad.
Am Wochenende wird es überwiegend heiter, bei Werten zwischen 19 Grad an der Nordsee und 26 Grad am Oberrhein. Am Sonntag sind nur noch 24 Grad möglich. Auch die Nächte werden erfrischender: Die Tiefstwerte liegen in der Nacht zum Samstag bei 19 bis 12 Grad, einen Tag später bei 15 bis 10 Grad.
Auch die Schweiz erlebte am Donnerstag die große Hitze. Dort bestätigte der Wetterdienst MeteoSchweiz, dass den bisher heißesten Tag des Jahres gab. Die Spitzentemperatur wurde in Genf gemessen, wo es kurz vor 17.00 Uhr 36,2 Grad heiß war. Auch in Basel mit 34,6 und in Chur mit 34,5 Grad wurden Jahreshöchsttemperaturen erreicht.