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Montag, 13. Februar 2012
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Hanau Noch sind Aimee und Aaron nicht über den Berg

07.06.2006 ·  Nach 13 Jahren Elchnachwuchs im Wildpark "Alte Fasanerie" / Luchse haben sich angefreundet

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Aaron und Aimee heißen die neuen Publikumslieblinge im Hanauer Wildpark „Alte Fasanerie“. Die Elchbabys wurden am 15. Mai von der Elchkuh Vilma gesund auf die Welt gebracht, doch die Betreuer im Wildpark wagten kaum damit zu rechnen, daß beide überleben würden. Deshalb, und um zu großen Andrang am Gehege zu vermeiden, hielten sie die Nachricht von der Zwillingsgeburt, dem ersten Nachwuchs im Elchgehege seit 13 Jahren, erst einmal vor der Öffentlichkeit zurück. Mittlerweile stehen die Chancen für die beiden ganz gut, doch über den Berg sind sie nach den Worten der Wildbiologin Marion Ebel noch lange nicht.

Auch Elchkuh Vilma ist nach der Geburt noch nicht wieder so recht auf dem Damm. Die Elchkinder kamen mindestens zwei Wochen zu früh zur Welt, konnten sich zuerst auf ihren dünnen Beinchen nicht aufrecht halten und erreichten deshalb die Zitzen der Mutter nicht. Damit entging ihnen nicht nur die Frühmilch der Mutter mit wichtigen Abwehrstoffen gegen Infektionskrankheiten. Vilma konnte sich auch nicht an ihre Kinder gewöhnen, denn die bedeutsame Prägungsphase fand nicht statt. Als die beiden dann in der Lage waren, der Mutter zu folgen, reagierte sie bald nervös auf die Annäherungsversuche, während Elchvater Dino von Anfang an ein zunehmend aggressives Verhalten an den Tag legte.

Bei Infektion droht Lebensgefahr

Noch am Geburtstag von Aaron und Aimee mußten die Betreuer einschreiten, um das Leben der beiden Elchkinder zu retten. Aaron und Aimee wurden zunächst vom Vater und einige Tage später auch von der Mutter getrennt und im Nachbargatter untergebracht. Die Betreuer rührten gleich am ersten Tag eine spezielle Mischung aus Dosen- und Kälberaufzuchtsmilch als Ersatznahrung zusammen. Alle vier Stunden bekommen die Jungtiere rund um die Uhr nun ein Fläschchen. Außerdem beginnen in diesen Tagen die ersten Versuche mit Grünfutter, an das sich die Kälber ganz allmählich gewöhnen müssen.

Die Elchpflegerin Hanna Patek, die Biologin Ebele, der Revierförster sowie zwei weitere Tierpfleger wechseln sich mit den Fütterungen ab. Die Nahrung vertrügen Aimee und Aaron nach anfänglichen Verdauungsproblemen recht gut, aber jede Infektion könne die beiden noch in Lebensgefahr bringen, sagt Ebele. Auch Vilma, die mit sieben Jahren eigentlich für eine Erstgeburt fast schon zu alt war, braucht eine spezielle Behandlung. Mit Aufbauspritzen und „besonderem Zuspruch“ soll die Elchkuh aus ihrem „mentalen Tief“ herausgeholt werden.

Daß sich das Eheleben im Elchgehege bald wieder einrenken wird, hält Ebele für sehr wahrscheinlich. Schließlich fühlten sich die beiden Tiere hier sehr wohl, wofür die Zwillingsgeburt ganz klar spreche. Daß der Nachwuchs 13 Jahre lang ausgeblieben sei, dürfe man Dino und Vilma nicht anrechnen. Dino ist gerade einmal drei Jahre alt und damit im ersten Zeugungsalter. Sein Vorgänger Valle konnte keinen Nachwuchs zeugen und starb in jungen Elchjahren an einer Nierenkrankheit.

Neue Freundschaft im Luchs-Gehege

Noch mindestens drei Monate müssen Aimee und Aaron ihre Fläschchen bekommen, ein Kraftakt für das Wildparkteam. Die Betreuer nehmen die Anstrengung aber gerne in Kauf, wenn ihre beiden Schützlinge nur die nächsten schwierigen Wochen überleben. Die nächste Hürde wird dann die komplette Umstellung auf Grünfutter sein. Mindestens ein halbes Jahr wird vergehen müssen, bis die Familie in einem Gatter vereint sein kann. Sichergestellt muß sein, daß die beiden Jungtiere einen möglichen Angriff eines ihrer Elterntiere unbeschadet überstehen können. Wobei die Gefahr vermutlich in erster Linie von Dino ausgehen wird. Vilma nämlich hat sich keineswegs vollständig von ihren Babys abgewandt. Sie stehe regelmäßig am Zaun und beobachte genau, was in der benachbarten Kinderstube vor sich gehe, sagt Eberle.

Unterdessen haben sich im Luchsgehege die beiden jungen Luchse Lyka und Robin, die ebenfalls für Nachwuchs sorgen sollen, recht gut angefreundet. Die junge Luchsdame Lyka war am 26. Mai ihrem künftigen Gefährten zur Seite gestellt worden. Nachdem nach der Eingewöhnungsphase die Tür des Trennzauns des vergrößerten Luchsgeheges geöffnet worden war, hatten sich beide noch geziert. Doch noch am gleichen Abend, so Eberle, saßen beide Tiere einträchtig auf dem Luchshügel beisammen. Nachwuchs kann es aber frühestens im kommenden Frühjahr nach der Ranzzeit zu Jahresbeginn geben.

Der Wildpark „Alte Fasanerie Klein-Auheim“ an der Fasaneriestraße in Hanau ist von April bis September täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: lu./F.A.Z.
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