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Frachterunglück Klebriger Ölschlick gefährdet Natur auf Aleuten

15.12.2004 ·  Umweltschützer fürchten nach dem Frachterunglück vor Alaska um die weitgehend unberührte Natur im Gebiet der Aleuten-Inseln. Immer häufiger werden klebrige Ölklumpen an die Küste geschwemmt.

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Das beim Frachterunglück vor den Aleuten-Inseln ausgelaufene Öl ist nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF ein besonders zähes, klebriges und giftiges Treibstoffgemisch. „Das Schweröl, das in dem bis dato fast unberührten Naturparadies vor den Aleuten ausgelaufen ist, ist noch schlimmer als das Rohöl aus der (1989 verunglückten) "Exxon Valdez" - wenn auch die Mengen deutlich geringer sind. Es ähnelt dem Satz eines Espresso am Boden der Tasse“, sagte Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des World Wide Fund for Nature, am Mittwoch. Ein Wintersturm sowie der schlechte Zustand des Schiffes behinderten unterdessen die Bergungsarbeiten.

Windspitzen von bis zu 80 Stundenkilometern und mehr als drei Meter hohe Wellen rüttelten das Wrack des aufgrund gelaufenen Frachters „Selendang Ayu“ hin und her, teilte die Küstenwache in Anchorage mit. Weil der Bug des in zwei Teile zerbrochenen Schiffes in noch schlechterem Zustand sei als erwartet, könne es wahrscheinlich nicht wieder flottgemacht werden. Immerhin sei kein weiteres Öl ins Wasser gelaufen, sagte Amy Thomas von der Küstenwache in Anchorage.

Tierarten und Fischgründe bedroht

Der WWF warnte dennoch vor schweren Folgen für die Natur. Auf den Aleuten sind den Angaben zufolge 40 Millionen Seevögel sowie die bedrohten Steller Seelöwen und Alaska Seeotter besonders gefährdet. In dem betroffenen Gebiet würden mehr als die Hälfte aller in den Vereinigten Staaten verzehrten Meeresfrüchte gefischt.

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation handelt es sich um ein Schweröl, das aus Resten gewonnen werde, die in älteren Raffinerien bei der Herstellung hochwertigerer Treibstoffe wie Diesel übrigblieben. Diese mit flüssigem Treibstoff versetzte „Ausschußware“ dürfe außer in der Seeschifffahrt nirgends mehr verwendet werden, so der WWF.

Der unter malaysischer Flagge fahrende Frachter „Selendang Ayu“ war in der vergangenen Woche in stürmischer See auf Grund gelaufen und in zwei Teile gebrochen. Aus einem Tank liefen 130 Tonnen Schweröl aus. Das Schiff hat insgesamt über 1400 Tonnen Öl geladen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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