04.10.2007 · Mit einem Rückgang um rund 30 Prozent ist das Ozonloch über der Antarktis im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Wissenschaftler sehen darin jedoch noch keine Auswirkung von Klimaschutzmaßnahmen. Vielmehr handele es sich um natürliche Schwankungen.
Das Ozonloch über dem Südpol ist in diesem Jahr um 30 Prozent kleiner als im vergangenen Jahr. Der Ozonverlust habe in der Spitze 27,7 Millionen Tonnen betragen, berichtet die Europäische Raumfahrtagentur Esa auf ihrer Internetseite. Im vergangenen Jahr sei ein Rekordverlust von 40 Millionen Tonnen gemessen worden. Zuletzt hatte sich das Ozonloch über der Antarktis im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr deutlich verkleinert (siehe: Ozonloch über der Antarktis deutlich kleiner).
Das betroffene Gebiet hat der Esa zufolge mit 24,7 Millionen Quadratkilometern etwa die Größe Nordamerikas. Entscheidend ist neben der Ausdehnung in der Fläche auch die Höhe der Zone mit Ozonverlust. Experten führen die Verbesserung auf natürliche Schwankungen zurück und geben daher keine Entwarnung.
Wärmere Luft bremst Ozonverlust
Weil das Ozonloch weniger als bisher um den Südpol herum zentriert gewesen sei, habe sich die darin befindliche Luft mit wärmerer Luft vermischt, was den Prozess des Ozonverlustes gebremst habe. Ozon wird nur bei besonders kalten Temperaturen abgebaut. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Ozonschicht in der Stratosphäre jährlich global um etwa 0,3 Prozent vermindert. Damit gelangt mehr krebserregende ultraviolette Strahlung auf der Erdoberfläche. Die Schäden an der Ozonschicht werden auf den industriellen Einsatz von Chemikalien wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zurückgeführt, die sich jahrzehntelang in der Atmosphäre halten können.
Das Montréaler Protokoll hatte vor 20 Jahren den Grundstein für ein Verbot von Ozon schädigenden Stoffen gelegt. Als Ozonloch sieht die Esa Gebiete an, in denen die Stärke der Ozonschicht besonders gering ist - also unter 220 Dobson-Einheiten. Die Dobson-Einheit ist das Maß für die Menge an Ozon in der Atmosphäre. Eine Dobson-Einheit beträgt 2,69 x 10 hoch 16 Ozon-Moleküle pro Quadratzentimeter). Die Stärke der Ozonschicht in der Atmosphäre schwankt im Jahresverlauf.