Tierschützer sprechen von einem „Gemetzel“, die namibische Regierung bezeichnet es als „Ernte natürlicher Ressourcen“. Am Sonntag hat in Namibia wieder die umstrittene Robbenjagd begonnen. 80.000 Jungtiere und 6000 erwachsene Zwergpelzrobben (Ohrenrobben) sollen in den kommenden Wochen getötet werden. Die Jungtiere werden mit einem Knüppel erschlagen, an dessen Spitze ein Metalldorn sitzt. Die größeren und deshalb wehrhaften Robben sollen erschossen werden. Die Robbenjungen werden zu einem Zeitpunkt erschlagen, an dem sie noch auf Muttermilch angewiesen sind. Wie sich das jährliche Keulen auf das Reproduktionsverhalten der Robben auswirkt, ist daher unbekannt.
Nach Darstellung des Fischereiministeriums, das die Erlaubnis zum Keulen gibt, dient das Abschlachten der Robben dem Schutz der Fischgründe und damit der heimischen Fischereiindustrie. 1,3 Millionen Robben will das Ministerium im Dezember 2011 gezählt haben. Das sei eindeutig zu viel. Tierschutzorganisationen wie die in Südafrika beheimatete „Seal Alert“ bezweifeln allerdings diese Zahlen, weil das Ministerium keine Auskunft über die Methodik seiner Erhebungen macht. Nach ihren Schätzungen beläuft sich die Zahl der Robben in Namibia auf höchstens 700.000 Tiere. „Dahinter stecken nicht die Sorge um die Fischgründe, sondern eindeutig kommerzielle Gründe“, sagt etwa Jason Bell vom „International Fund for Animal Welfare“ (IFAW).
Hunderte Polizisten halten Tierschützer und Journalisten fern
Tatsächlich werden die Tiere wegen ihres Felles und ihrer dicken Speckschicht gejagt - die vor allem bei der Herstellung von Schönheitsprodukten Verwendung findet. Den männlichen Robben werden zusätzlich die Geschlechtsteile entnommen, die auf asiatischen Märkten als angebliches Aphrodisiakum verkauft werden. Gleichwohl ist der Markt für diese Art Produkte empfindlich geschrumpft, seit die Europäische Union 2010 ein Verkaufs- und Transitverbot für solche Robbenprodukte erlassen hat. Dieses Verbot wurde inzwischen auch von Amerika übernommen. Angeblich sitzt der einzige Händler der namibischen „Robbenernte“, die australische Hatem-Yavuz-Gruppe, noch auf 130 Tonnen Robbenfett aus dem vergangenen Jahr.
Das Gemetzel, das sich unter anderem im Naturschutzgebiet von Cape Cross rund 100 Kilometer nördlich von Swakopmund abspielt, findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die namibische Regierung hat auch in diesem Jahr wieder Hunderte Polizisten mobilisiert, um Tierschützer und Journalisten von den Stränden fernzuhalten. Die Robbenjagd in Namibia ist, gemessen an den getöteten Tieren, die zweitgrößte der Welt nach der in Kanada. Robben werden zudem in Norwegen, Grönland, Finnland, Island und Schweden gejagt.
gegen die Robbenjagd !!!
Antonietta Tumminello (astra1971)
- 18.07.2012, 12:22 Uhr
Wirtschaftliche Interessen vor Afrikas Haustüre...
Thomas Meyer (meyerstom)
- 16.07.2012, 13:48 Uhr
Wirklich sehenswert
Kai Bockelmann (KB63)
- 16.07.2012, 13:25 Uhr
haja, dann sollen sie halt mal 1 jahr pause machen
Phillip Stolze (philze)
- 16.07.2012, 12:52 Uhr
Aussagen sind undurchsichtig
Matthias Muhr (Matthias73)
- 16.07.2012, 12:38 Uhr
