Home
http://www.faz.net/-guq-10z1u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Brasilien 84 Tote bei Überschwemmungen

 ·  Bei einer der schlimmsten Unwetterkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte sind in Brasilien seit dem Wochenende 84 Menschen ums Leben gekommen.

Artikel Bilder (11) Lesermeinungen (0)

Die seit Tagen anhaltenden schweren Regenfälle im Süden Brasiliens haben bisher 84 Todesopfer gefordert, mehr als 50.000 Personen mussten ihre Häuser verlassen, mindestens 30 Personen werden vermisst. Im gesamten Bundesstaat Santa Catarina wurde der Notstand ausgerufen.

Wegen der Überschwemmungen in vielen Gebieten und zahlreicher Erdrutsche sind vielerorts Straßen blockiert. Acht Städte im Bundesland Santa Catarina sind vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Große Teile der Stadt Blumenau, in der zahlreiche Deutschstämmige wohnen, sind überflutet. Dort kamen 20 Personen ums Leben.

400 Touristen mussten in Sicherheit gebracht werden

Mancherorts reicht das Wasser bis zu den Dächern der Häuser. In Gaspar, einer der am schlimmsten von den Unwettern betroffenen Gemeinden, mussten 400 Touristen in Sicherheit gebracht werden. Insgesamt sind durch die Unwetter schätzungsweise 1,5 Millionen Personen betroffen. Zahlreiche Haushalte blieben ohne Strom. Die Gaspipeline, die Südbrasilien mit bolivianischem Gas versorgt, wurde in einem Abschnitt beschädigt. Dadurch blieben Teile von Santa Catarina und der gesamte Bundesstaat Rio Grande do Sul ohne Gas.

„Es ist die schlimmste Klimakatastrophe in der Geschichte von Santa Catarina“, sagte der Gouverneur Luiz Henrique da Silveira. Inzwischen hat die Bundesregierung in Brasília damit begonnen, Medikamente, Lebensmittel, Zelte, Matratzen und andere Hilfsgüter in die Region zu schicken.

Die Regenfälle, nach Auskunft der Meteorologen die schlimmsten seit 1961, haben inzwischen nachgelassen. Auch in Panama und Venezuela haben sintflutartige Regenfälle schwere Schäden angerichtet. Viele Ortschaften sind von den Wassermassen eingeschlossen, die Häuser von 30.000 Personen wurden beschädigt oder zerstört.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires.

Jüngste Beiträge