Home
http://www.faz.net/-guq-74ec4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Brandenburg Wildgänse verirren sich auf Autobahnen

Dutzende Wildgänse steuern bei dichtem Nebel versehentlich Autobahnen rund um Berlin an – und werden überrollt. Ein Fachmann hat eine Erklärung für den Irrflug.

© ZB Vergrößern Die Navigationssysteme der Tiere versagten unter den herrschenden Witterungsbedingungen.

Scharenweise haben Wildgänse in dichtem Nebel rund um Berlin die Orientierung verloren: Sie landeten in der Nacht zum Freitag auf Autobahnen und wurden überfahren. Etliche Vögel prallten gegen Windschutzscheiben von Fahrzeugen. Am Ende waren mehrere Dutzend Wildgänse tot. Die verwirrten Tiere hätten eine Notlandung versucht, sagte der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Matthias Freude. Laut Polizei traf es die meisten Vögel auf der A10 bei Rangsdorf. Zur Todesfalle wurden aber auch die A9, A115, A24 und eine Bundesstraße. Die Polizei meldete sechs Verkehrsunfälle mit Gänsen, Menschen wurden nicht verletzt.

Freude zufolge haben Zugvögel drei Möglichkeiten, sich zu orientieren: Sonne, Sterne und das Erdmagnetfeld. „In dieser nebligen Nacht haben alle Navigationssysteme versagt.“ Die Gänse hätten vermutlich versucht, sich stattdessen an die Lichter der Autos zu halten. Schon am Vorabend sei zu hören gewesen, wie die Tiere versucht hätten, mit aufgeregtem Schnattern untereinander Kontakt zu halten.

Nach Angaben von Tobias Dürr von der Vogelschutzwarte Buckow behindert dichter Nebel zudem die „Flugtauglichkeit“ der Tiere. Die feine Feuchtigkeit etwa mache die Federn schwerer. Außerdem flögen die nachtaktiven Tiere niedriger als sonst. Der Nebel müsse die Vögel überrascht haben: In der Regel meiden sie einen Flug bei solcher Witterung. Die auf der A10 getöteten Gänse hätten vermutlich am Rangsdorfer See, einem Naturschutzgebiet, gerastet.

Tote Wildgänse auf der Straße seien auch in der Vergangenheit schon aufgetaucht, sagte Freude. Die Menge im aktuellen Fall sei jedoch außergewöhnlich. Unter den toten Vögeln waren auch einzelne Kraniche. Freude vermutete, dass im Laufe des Tages abseits der Autobahnen noch deutlich mehr Vögel gefunden würden. Zum Glück sei ein großer Teil des Vogelzugs schon abgeschlossen. „Sonst hätte das noch viel mehr Tiere treffen können.“

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
UN-Sicherheitsrat tief besorgt Heftige Kämpfe im Gazastreifen

Die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Feuerpause im Gazastreifen ist vorerst nicht in Sicht. Bei Gefechten zwischen der israelischen Armee und Hamas gibt es weitere Tote. Nach palästinensischen Angaben wurden vier Menschen beim Beschuss eines Krankenhauses getötet. Mehr

21.07.2014, 11:09 Uhr | Politik
Gazakonflikt Israelische Luftwaffe setzt Angriffe fort

Die Bombardierung des Gazastreifens geht weiter. Die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe fort. Die Zahl der Opfer steigt. Chile spricht von einer „kollektiven Bestrafung“ der palästinensischen Bevölkerung. Mehr

30.07.2014, 03:27 Uhr | Politik
Abschuss von MH17 OSZE-Experten mit Warnschüssen zurückgedrängt

Die OSZE hat gegenüber FAZ.NET bestätigt, dass ihre Mitarbeiter von betrunkenen Separatisten an der Untersuchung des abgeschossenen malaysischen Flugzeugs gehindert worden sind. Verteidigungsexperten berichten, dass die Kämpfer versuchen, ihre Spuren zu verwischen. Mehr

19.07.2014, 10:45 Uhr | Politik