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Bedrohte Arten Alarmstufe Rot

Saola-Wildrind, Zagros-Molch und Java-Nashorn – sie alle könnte es bald nicht mehr geben. Naturschützer haben eine Liste mit 100 Arten veröffentlicht, die am stärksten vom Aussterben bedroht sind.

© Ciro Albano / nebrazilbirding.com / dapd Auf der Liste: Dieser Araripe-Helmpipra zählt zu den letzten seiner Art.

Das Tarzan-Chamäleon, der Kalifornische Schweinswal oder das Zwergfaultier könnten nach Ansicht von Experten schon bald aussterben. Eine Liste mit den hundert am stärksten bedrohten Arten hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Dienstag bei ihrem Kongress auf der südkoreanischen Insel Cheju veröffentlicht.

„Alle aufgelisteten Spezies sind einzigartig und nicht zu ersetzen. Wenn sie verschwinden, kann sie kein Geld mehr wiederbringen“, kommentierte die Mitverfasserin der Liste, Ellen Butcher von der Zoologischen Gesellschaft von London (ZSL).

Zwergfaultiere sind ausschließlich auf einer kleinen Insel vor der Küste Panamas beheimatet. Erst vor zwei Jahren hatten Forscher von der Entdeckung einer neuen Chamäleonart berichtet, die sie nach dem Fantasie-Dschungelhelden Tarzan benannten. Das Tier lebt in den Regenwäldern Madagaskars. Auf der Liste der am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten stehen auch das Saola-Wildrind, das Java-Nashorn, der Zagros-Molch sowie Pflanzen und Pilze.

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Die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) bezeichnete die Ergebnisse in einer Mitteilung als „äußerst alarmierend“ und forderte Sofortprogramme zur Rettung der bedrohten Spezies. Ursache für das Artensterben seien unter anderem die ungebremste Lebensraumzerstörung, der Klimawandel und die Wilderei. „Die hundert Arten auf dieser Liste sind nur die Spitze des Eisbergs“, betonte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. „Nur der Mensch als Verursacher des Artensterbens kann es auch beenden.“

Die IUCN (Genf) ist das weltweit größte Netzwerk staatlicher und nichtstaatlicher Umweltorganisationen. Sie erstellt auch die Rote Liste gefährdeter Arten.

Quelle: DPA

 
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Veröffentlicht: 11.09.2012, 11:13 Uhr