03.10.2003 · Das Ozonloch über dem Südpol ist in diesem Jahr nach Angaben der Vereinten Nationen auf nahezu Rekordgröße angewachsen und hat sich entgegen früheren Jahren zunächst nicht wieder zurückgebildet.
Das Ozonloch über dem Südpol ist in diesem Jahr nach Angaben der Vereinten Nationen auf nahezu Rekordgröße angewachsen und hat sich entgegen früheren Jahren zunächst nicht wieder zurückgebildet. Das Ozonloch werde größer, tiefer und halte länger, erklärte Michael Proffitt, Experte bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), am Freitag in Genf. „Es war noch nie so spät (im Jahr) so groß“, sagte er.
Die Ozonschicht schützt die Erde normalerweise vor der ultravioletten Strahlung der Sonne. Beim so genannten Ozonloch ist die Schicht stark ausgedünnt. Es entsteht seit Mitte der 80er Jahre jedes Jahr am Ende des antarktischen Winters.
Meist Mitte September größte Ausdehnung
In den vergangenen Jahren habe das Loch Mitte September seine größte Ausdehnung erreicht und sei anschließend wieder geschrumpft. In diesem Jahr habe es Mitte September mit 28 Millionen Quadratkilometer den Rekordwert des Jahres 2000 erreicht. Ende September habe es diesen Wert dann erneut erreicht. Dieser Zustand könne noch längere Zeit andauern, es gebe keine Hinweise darauf, daß das Loch kleiner werde, sagte Proffitt.
Der dünnste Teil der Ozonschicht - mit Ozonwerten von 50 Prozent unterhalb der 1964 bis 1976 festgestellten Werte - habe erstmals 15 Millionen Quadratkilometer überschritten. Die Spitzenausdehnung habe fast 18 Millionen Quadratkilometer betragen. Erst vier Mal zuvor hatte sich der dünnste Teil über mindestens zehn Millionen Quadratkilometer erstreckt. Eine zu starke ultraviolette Strahlung kann beim Menschen zu Hautkrebs führen und Pflanzen zerstören, die am Anfang der Nahrungskette stehen.