15.10.2004 · Auf der Artenschutzkonferenz in Bangkok ging es auch um die Nutzung bedrohter Tiere. Wichtig für den Erhalt einer Art ist intelligentes Natur-Management.
Von Peter-Philipp SchmittJeder deutsche Förster weiß, was Nachhaltigkeit bedeutet. Über die Jahre kann er nicht mehr Bäume fällen als nachwachsen können. Ähnlich verhält es sich mit seinen Tieren. Was er aber abholzen und töten muß, sollte auch dem Wald und dem Wild wieder zugute kommen.
Solch ein Natur-Management haben Naturschützer bislang oft vermissen müssen. Nun aber scheint ein Umdenken einzusetzen. Warum sollte Namibia, wenn sich der Bestand der Leoparden im Land erholt hat, nicht die Jagd auf einige der Raubkatzen erlauben und das Geld, das die Großwildjäger dafür zahlen, in den Schutz der Leoparden investieren?
Schutz und Nutzung gehen Hand in Hand
Auf der 13. Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) in Bangkok wurden in den vergangenen zwölf Tagen mehr als 50 Anträge verhandelt. Zum überwiegenden Teil wurde im Sinne des Artenschutzes abgestimmt. „Die Staaten haben erkannt, daß Schutz und Nutzung von gefährdeten Tieren und Pflanzen Hand in Hand gehen müssen“, sagt Volker Homes, einer der Beobachter des World Wide Fund For Nature (WWF) in Bangkok.
Nur über wenige der schon zuvor in den einzelnen Komitees entschiedenen Anträge wurde am Donnerstag im Plenum noch einmal neu debattiert, und sie wurden abgeändert. Namibia etwa konnte am letzten Konferenztag einen Erfolg verbuchen: Zwar bleibt der Handel mit rohem Elfenbein verboten. Elfenbeinschnitzereien der ethnischen Gruppen Owambo und Ovi-himba dürfen aber wieder, wie es heißt, "zu nichtkommerziellen Zwecken" gehandelt werden. Das könnte, so befürchten Naturschützer, wieder Wilderer auf den Plan rufen. Der Antrag ging nur durch, weil sich die EU mit ihren 25 Stimmen enthielt.
Peter-Philipp Schmitt Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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