20.06.2003 · Vor der tunesischen Küste ist ein Flüchtlingsschiff mit 200 Menschen an Bord gekentert und gesunken. Die Behörden sprechen von bislang 20 Toten, die geborgen wurden.
Ein Schiff mit rund 200 Flüchtlingen aus Nordafrika ist am Freitag vor der tunesischen Küste gesunken. Ersten Angaben der tunesischen Behörden zufolge ertranken mindestens 20 Passagiere; lediglich etwa 40 seien von der tunesischen Küstenwachegerettet worden. Rund 12 Stunden nach dem Unglück wurden am Abend noch 190 Menschen vermißt, berichtete das italienische Fernsehen.
Das Schiff sei bei schwerer See nach Italien unterwegs gewesen. Das Unglück ereignete sich den Angaben zufolge etwa 20 Seemeilen vor der afrikanischen Küste in der Nähe der Insel Kerkenah. Tunesische Rettungsschiffe seien sofort in die Region ausgelaufen. Vermutlich sei das Schiff wie bei anderen Unglücken dieser Art völlig überladen gewesen.
Zweites Unglück binnen weniger Tage
Es handelt sich um die zweite Katastrophe mit illegalen Einwanderern auf dem Mittelmeer innerhalb weniger Tage. Am Wochenende sank ein lediglich 15 Meter langes Boot mit rund 70 Afrikanern ebenfalls auf dem Weg von Tunesien nach Italien. Nur drei Passagiere wurden gerettet.
Italienischen Schätzungen zufolge ertrinken jedes Jahr Hunderte Flüchtlinge aus der Dritten Welt im Mittelmeer, die meist aus Afrika, dem Nahen Osten sowie Ostasien nach Italien und Spanien unterwegs sind. Sie zahlen oftmals mehrere Tausend Dollar für die Überfahrt.
Dagegen gelang der italienischen Küstenwache am Freitag erneut eine Rettungsaktion. Sie konnte 100 Flüchtlinge an Bord nehmen, deren lediglich zwölf Meter langes Boot südlich von Sizilien voll Wasser gelaufen war und zu sinken drohen. Unter den Passagieren seien 20 Frauen und Kinder gewesen, berichtete das italienische Fernsehen.
Bereits am Donnerstag war es der Küstenwache gelungen, etwa 140 illegale Einwanderer zu retten, deren Boot kurz zuvor untergegangen war.