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Baden-Württemberg : Zwangsräumung eskaliert  und Bewohner stürzt in den Tod

Ein Feuerwehrmann auf einer Drehleiter löscht am Montag in Tübingen ein Haus. Bei einer eskalierten Zwangsräumung ist der Bewohner des Hauses tödlich verunglückt. Bild: dpa

Die Tübinger Wohnung eines 69 Jahre alten Mannes soll zwangsgeräumt werden. Er rastet aus, schießt auf einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes – und stürzt bei der Flucht aus der brennenden Wohnung.

          Bei der Zwangsräumung einer Wohnung in einem Universitätsgebäude in Tübingen ist am Montag ein 69 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Ein Gerichtsvollzieher sowie Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes hatten am Morgen das Haus in der Biesingerstraße betreten. Die Räumung war zuvor angekündigt worden.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Als der Gerichtsvollzieher an dem Gebäude eintraf, gab der Mann vom Balkon einen Schuss auf einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes ab. Das Gebäude hatte er vermutlich kurz zuvor angezündet. Dann stürzte der Täter vom Balkon und zog sich tödliche Verletzungen zu; Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

          Für seine Tatwaffe besaß der Mann keinen Waffenschein

          Das „eventuell“ bestehende Mietverhältnis mit dem Mann war 2011 gekündigt, Zwangsvollstreckungen waren wegen der Suizidalität des Mannes mehrfach aufgeschoben worden. Die Stadtverwaltung hatte ihm eine Ersatzwohnung angeboten. „Der Mann hatte dort über Jahre mehrere Räume bewohnt“, sagte eine Sprecherin der Universität. Er soll bis zum Jahr 2011 wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Physikalische Chemie gewesen sein.

          Für seine Tatwaffe besaß der Mann keinen Waffenschein. Das südwestlich vom Stadtzentrum gelegene landeseigene Gebäude ist auch vom Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft genutzt worden. Das Arno-Ruoff-Archiv mit seltenen Tonbandaufnahmen von Dialekten, die allerdings digitalisiert wurden, ist durch den Brand beschädigt worden. In dem Gebäude hat auch der Kulturwissenschaftler und frühere Direktor des Uhland-Instituts, Hermann Bausinger, sein Büro. Teile seines Archivs sollen durch den Brand beschädigt worden sein.

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