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Trauerfall : Rundfunkpionier Peter von Zahn gestorben

  • Aktualisiert am

Rundfunkpionier: Trauer um Peter von Zahn Bild: dpa

Er gilt als Vorbild ganzer Journalistengenerationen: Peter von Zahn ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

          Der Journalist Peter von Zahn ist tot. Wie seine Witwe am Samstag mitteilte, starb der 88-Jährige bereits am Donnerstag nach langer, schwerer Krankheit zuhause in Hamburg. Peter von Zahn gehörte zu den Rundfunkpionieren in Deutschland, die nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich am Wiederaufbau des Hörfunks beteiligt waren.

          In späteren Jahren wurde er vor allem durch seine TV-Reportagen bekannt. Insgesamt verfasste von Zahn fast 3.000 Hörfunkbeiträge, drehte mehr als 1.000 Fernsehfilme und schrieb auch zahlreiche Bücher.

          Sanft entschlafen

          Ihr Mann sei sanft entschlafen und habe seine Krankheit „tapfer und in voller Haltung“ ertragen, sagte seine Witwe. Er sei sehr diszipliniert gewesen und habe niemanden etwas von seinem Leiden erzählt. Noch im vergangenen Jahr sei er seinem Hobby nachgegangen und habe Tennis gespielt.

          Zahn wurde am 29. Januar 1913 als Sohn eines Offiziers in Chemnitz geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie wurde er zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zur Armee eingezogen. Nach Kriegsende fiel er der britischen Besatzungsmacht in Deutschland wegen seiner Sprachkenntnisse auf. Nach britischem Vorbild baute er zusammen mit Kollegen den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) auf. Zahn „hat in der Gründungsära des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland hohe qualitative Maßstäbe gesetzt, an denen sich unsere Journalistinnen und Journalisten bis heute orientieren“, teilte der Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Jobst Plog, mit. Mit seinem dem angelsächsischen Journalismus verpflichteten Arbeitsstil und seiner unverwechselbaren Stimme sei er zu einem Vorbild ganzer Reporter-Generationen geworden, hieß es in der NDR-Erklärung.

          Erster Auslandskorrespondent in den USA

          Ab 1951 arbeitete von Zahn als erster Auslandskorrespondent für den NWDR und später für das Fernsehen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in den USA. 1960 kehrte er aus den USA zurück und verließ die ARD. Mit der „Windrose Film- und Fernsehproduktion GmbH“ machte er sich selbstständig. Viele seiner Filme wurden mit Preisen ausgezeichnet.

          Als Anhänger der Regierung des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer zeigte Zahn offen seine konservative Grundeinstellung in der Politik. Anfang der 70er Jahre trat er der CDU bei, für die er auch Werbespots drehte. Für seine Selbstironie bekannt, verfasste Zahn auch Satiren. 1991 veröffentlichte er den ersten Band seiner Memoiren „Stimme der ersten Stunde“. Der Hamburger Senat ernannte ihn 1995 zum Professor ehrenhalber.

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