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Totale Sonnenfinsternis : Good Night, America!

Augen zu und durch: Die Sonnenfinsternis in Amerika ist ein historischer Moment. Bild: dpa

Nach 99 Jahren gab es in den Vereinigten Staaten wieder eine totale Sonnenfinsternis. Temperaturen fielen, Tiere zogen sich zum Schlaf zurück und das Verkehrschaos blieb aus – sehen Sie die besten Bilder.

          An der Westküste der Vereinigten Staaten herrschen beste Wetterbedingungen, als die „Great American Eclipse“ beginnt. Am Montagmorgen ist kein Wölkchen am Himmel. Das heißt: freie Sicht auf das Himmelschauspiel, bei dem sich der Mond vor die Sonne schiebt. Vorher war vor großem Verkehrschaos gewarnt worden. Aber die Anreise von Portland, der größten Stadt des Bundesstaats Oregon, in Richtung Kernschatten verläuft glatt. Die Amerikaner hatten eben genug Zeit, sich auf die Verdunkelung der Sonne vorzubereiten: Es ist die erste „Total Eclipse“ von Küste zu Küste in den Vereinigten Staaten seit 99 Jahren.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Um 9.05 Uhr Ortszeit (18.05 MESZ) beginnt an der Westküste die partielle Finsternis, und der Mond schiebt sich langsam vor die Sonne. Es dauert bis zu anderthalb Stunden, bis die Sonnenscheibe ganz verdunkelt ist. Die totale Finsternis startet dann schließlich um 10.16 Uhr (19.16 MESZ). Man hat schon oft gelesen, was dieses seltene Phänomen bedeutet, und viele haben es schon in Deutschland im Jahr 1999 erlebt. Aber es ist dann doch unglaublich, wie aufgeregt und schließlich beglückt die Menschen sind.

          12 Millionen Menschen leben in der Zone, in der die totale Finsternis zu sehen war – bis zu etwa sieben Millionen Sofi-Touristen waren erwartet worden. Bilderstrecke

          Alles wird geboten, was eine Eklipse nur ausmachen kann. Es wird düster, aber nicht ganz dunkel, und es scheint ein wenig kühler zu werden. Mit dem Fernglas sind Sonnenflecken zu entdecken. Kurz vor und kurz nach der Totalität, wenn die letzten beziehungsweise die ersten Sonnenstrahlen durch die Täler der gebirgigen Mond-Silhouette blitzen, erscheint der Perlschnureffekt, auch Diamanteffekt genannt. Ganze zwei Minuten lang die Sonnenkorona. Was für ein Erlebnis!

          Zwölf Millionen Menschen in totaler Dunkelheit

          Und das hier ist nur der Anfang. Von Oregon aus zieht die totale Finsternis dann etwa 90 Minuten lang in einem rund 100 Kilometer breiten Streifen in südöstlicher Richtung über den Kontinent, um sich in South Carolina in den Atlantik zu verabschieden. Dadurch haben allein zwölf Millionen Menschen, die in der Zone leben, die Möglichkeit dabei zu sein. Für weitere 200 Millionen Menschen ist die Eklipse nur eine Tagesreise entfernt. In anderen Teilen der Vereinigten Staaten, Nord- und Mittelamerikas sowie in Teilen Westeuropas ist die Sonnenfinsternis immerhin partiell zu sehen. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass sich vermutlich doch nicht so viele „Sofi“-Fans auf den Weg in den Kernschatten gemacht hatten.

          Jedenfalls überlagern die Bilder von Kindern mit Schutzbrillen, von tanzenden Fans und von fotografierenden Nerds all die hässlichen politischen Szenen, die sich in den letzten Tagen im „Land of the Free“ abgespielt haben. In Sachen Sonnenfinsternis sind sich endlich wieder alle in ihrer Begeisterung einig. Eine Fußnote der Popgeschichte ist der Beweis dafür: Bonnie Tylers Hit „Total Eclipse of the Heart“, mittlerweile 34 Jahre alt, ist am Montag für kurze Zeit an die Spitze der amerikanischen iTunes-Charts geklettert: Das Lied wurde besonders häufig heruntergeladen. Und Bonnie Tyler, mittlerweile auch schon 66 Jahre alt, singt das Lied laut Berichten rechtzeitig zur Eklipse auf einem Kreuzfahrtschiff der Reederei Royal Caribbean.

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