04.01.2001 · Der designierte amerikanische Präsident George W. Bush hält weiter an der Todesstrafe fest. Daran ändert auch der neueste Fall in Louisiana nichts. Dort hat ein DNS-Test einem zum Tode Verurteilten das Leben gerettet.
Ein DNS-Test hat einem zum Tode Verurteilten im US-Bundesstaat Louisiana das Leben gerettet. Der 45-jährige Albert Burrell wurde nach 14 Jahren Haft freigelassen, nachdem der Test klare Belege für seine Unschuld geliefert hat.
Burrell war schuldig gesprochen worden, 1987 ein Ehepaar ermordet zu haben. Bereits in der vergangenen Woche kam sein angeblicher Komplize Michael Graham frei. DNS-Tests hatten ergeben, dass die im Haus der Opfer gefundenen Blutspuren nicht von Graham oder Burrell stammten. Beide hatten stets ihre Unschuld beteuert. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, den Fall neu aufzurollen. „Wir wissen nicht, ob sie die Verbrechen wirklich nicht begangen haben“, sagte eine Sprecherin. Es gebe aber keine physischen Beweise für eine Schuld der beiden.
1996 war bereits ein Hinrichtungstermin für den geistig zurückgebliebenen Burrell angesetzt. Seine Anwälte erreichten jedoch einen Aufschub. Im vergangenen Jahr ordnete Bezirksrichterin Cynthia Woodard einen neuen Prozess für den angeblichen Komplizen Michael Graham an, in dessen Verlauf eine Reihe von Unregelmäßigkeiten in den Verfahren gegen beide Männer festgestellt wurden. So seien in beiden Prozessen keine ausreichenden Beweise präsentiert worden, der Schuldspruch berief sich allein auf Zeugenaussagen. Mehrere Zeugen haben ihre damaligen Aussagen aber in der Zwischenzeit widerrufen.