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Tod am Kaiserdamm Erste Geständnisse im Hetzjagd-Prozess

20.02.2012 ·  Weil er vor zwei Schlägern fliehen wollte, rannte Giuseppe M. aus einer Berliner U-Bahn-Station auf eine fünfspurige Straße. Dort wurde er von einem Auto erfasst und getötet. Nun stehen zwei Jugendliche vor Gericht.

Von Mechthild Küpper, Berlin
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Mit überraschenden Erklärungen der Angeklagten hat am Montag vor dem Berliner Landgericht der Prozess gegen Ali Eren T. und Baris B. begonnen. Deren Streit mit zwei anderen Jugendlichen hatte am frühen Morgen des 17. September 2011 damit geendet, dass Giuseppe M. vor T. auf die fünfspurige Charlottenburger Straße Kaiserdamm floh, dort von einem Auto angefahren wurde und an Ort und Stelle starb. Die Verteidiger lasen Erklärungen zu den schweren Tatvorwürfen - Körperverletzung mit Todesfolge und Körperverletzung - vor, gegen die die beiden berufslosen jungen Männer sich zu verteidigen haben. Beide sind deutsche Staatsbürger.

Der 21 Jahre alte T., der in Untersuchungshaft sitzt, seit er sich am Tag danach der Polizei stellte, ließ seinen Verteidiger verlesen, er fühle sich „mitschuldig“ am Tod des 23 Jahre alten Giuseppe M.. Auch der 22 Jahre alte Baris B. ließ erklären, er sei mit T. und anderen in dieser Nacht zusammen gewesen, man habe schwer gezecht und habe mit Giuseppe M. und seinem Freund Raoul Streit gesucht. B. gab zu, M. ohne weiteren äußeren Anlass den ersten Schlag versetzt zu haben. Der zweite kam von T., auch er wurde gegen M. ausgeführt, der schlug zurück, und den vierten Schlag führte Raoul gegen Baris B.

Zu ihrem Lebenslauf wollten die Angeklagten sich am ersten Prozesstag noch nicht äußern, auch auf Fragen wollten sie zunächst nicht antworten. Dem späteren Opfer so nachgesetzt, dass dieses und sein Begleiter in Panik gerieten und sich bedroht fühlten und vor ihm aus dem U-Bahnhof Kaiserdamm zu fliehen suchten, hat nur T. Das bestätigte Raoul S., der als Zeuge gehört wurde. Der Mitangeklagte von T. saß nur bis Ende September in Untersuchungshaft.

Vom Verlauf des Streits und der Verfolgung auf der Straße habe er nichts mitbekommen, sagte er. T. sei zurückgekommen, man habe gemeinsam ein Taxi in Richtung Neukölln bestiegen, T. habe geweint, im Internet hätten sie erfahren, dass M. gestorben sei, am nächsten Tag habe auch er geweint, dann hätten sie sich gemeinsam gestellt. Bei der Polizei, so T., habe er zunächst behauptet, er habe Giuseppe M. nicht verfolgt. Der Zeuge S. berichtete, vor allem T. sei höchst aggressiv aufgetreten.

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Jahrgang 1954, politische Korrespondentin in Berlin.

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