Kurz bevor sich der Untergang der Titanic in der Nacht vom 14. auf den 15. April zum hundertsten Mal jährt, hat die Woods Hole Oceanographic Institution neue Bilder des Wracks auf dem Meeresboden veröffentlicht, die in der aktuellen Ausgabe der National Geographic Deutschland gezeigt werden. Diese sind so genau und detailreich wie nie zuvor.
Die Großaufnahmen sind zusammengesetzt aus vielen Tausend Einzelbildern, die von hochmodernen Tauchrobotern während einer Expedition im August und September 2010 gemacht wurden. Die neuen Bilder ermöglichen es auch, die Katastrophe, bei der rund 1500 Menschen ertranken, besser zu verstehen.
Nach Ansicht einer Expertenkommission schlitzte der Eisberg die ersten sechs Abteilungen der Steuerbordseite auf. Dadurch lief der Bug voll und hob das Heck aus dem Wasser. Die große Belastung führte dazu, dass das Vorderschiff abbrach und einem steilen Winkel versank.
Fünf Minuten nachdem es die Oberfläche verlassen hatte, schlug es in 3800 Metern Tiefe auf dem Ozeanboden auf und verstreute Trümmer rundherum. Das Heck trudelte in einer Spiralbewegung hinterher und wurde vom Wasserdruck so zerquetscht, dass heute nur noch ein deformierter Haufen Metallschrott zu sehen ist. Seit der Entdeckung des Wracks 1985 gibt es so dank moderner Technik nach und nach seine Geheimnisse preis.