08.11.2007 · Bei einem Börsen-Planspiel im Wirtschaftsunterricht wurde Tim Vogels Interesse an der Finanzwirtschaft so nachhaltig geweckt, dass er später auch beruflich an der Börse tätig sein will. Von der DDR-Planwirtschaft hält er daher wenig.
Geboren wurde er just am Tag des Mauerfalls im Westen (Berlin-Charlottenburg). 1995 zogen seine Eltern mit ihm vom Westen in den Osten, der im Süden von Berlin liegt, nach Kleinmachnow. Dort geht er in die 12. Jahrgangsstufe des Weinberg-Gymnasiums.
„Ich möchte Wirtschaftswissenschaften studieren, würde später gern Portfolio-Management in Fonds machen, jedenfalls definitiv an der Börse mitwirken. Mein Interesse daran wurde vor zwei Jahren im Wirtschaftsunterricht geweckt, als wir am „Planspiel Börse“ teilnahmen.
Ich habe nichts gegen Wettbewerb
Klar loben heute noch einige die soziale Absicherung in der DDR, aber ich glaube nicht, dass da wirklich alle auf dem gleichen Level waren. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass das auch etwas Positives hatte. Ob das mit der Planwirtschaft so sinnvoll war, ist dann eine andere Frage. Ich kann diese DDR-Nostalgie nicht nachvollziehen, dass nach 18 Jahren noch DDR-T-Shirts gedruckt werden und Leute darin herumlaufen. Das hält eine Trennung aufrecht, die keiner mehr wünscht. Jeder spricht davon, dass wir vereint sind. Wenn dann doch noch jemand kommt und versucht, etwas aus der Vergangenheit in die Zukunft zu implementieren, empfinde ich das als unangemessen.
Ich finde zwar, dass die Ellenbogengesellschaft da anfängt, wo sich jemand an der Kasse vordrängelt, aber ich habe nichts gegen Wettbewerb. Ich finde es sinnvoll, wenn sich Unternehmen die Besten aussuchen können und nicht aus Toleranz schlechtere Arbeitskräfte einstellen. Die Unterschiede spielen heute kaum noch eine Rolle, Freundeskreise selektieren sich nicht danach, wer aus dem Osten und wer aus dem Westen ist.