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Tierseuche China meldet erste Vogelgrippe-Tote

16.11.2005 ·  Zum ersten Mal sind auch in China nach offiziellen Angaben Menschen an der Vogelgrippe erkrankt. Zwei der drei Kranken sind nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation inzwischen gestorben.

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Die chinesische Regierung hat am Mittwoch die ersten drei Fälle von Vogelgrippe bei Menschen in China bestätigt. Zwei Menschen infizierten sich in der Provinz Hunan in Mittelchina, eine Person in der Provinz Anhui im Osten des Landes, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Zwei der drei Infizierten sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen an der Tierseuche gestorben.

Ein zwölfjähriges Mädchen in Hunan sowie die Mitarbeiterin einer Geflügelfarm in Anhui erlagen der Infektion. Bei der dritten Person, die sich mit der Vogelgrippe infizierte, handele es sich um den neunjährigen Bruder des verstorbenen Mädchens. Der Junge sei wieder genesen, sagte WHO-Sprecher Roy Wadia.

Junge mit H5N1 infiziert?

Die beiden Kinder waren nach einem Ausbruch von Vogelgrippe in den Geflügelbeständen ihres Dorfs erkrankt. Erste Tests der chinesischen Behörden hatten keinen Befund ergeben. Erst bei weiteren Untersuchungen der WHO konnte der Erreger bei dem Jungen nachgewiesen werden. Die Leiche des Mädchens wurde verbrannt.

Auch der Befund des Jungen ist noch keinewegs eindeutig. Es deute viel darauf hin, daß er sich mit dem auch für Menschen unter bestimmten Umständen gefährlichen H5N1-Virus infiziert habe, sagte WHO-Sprecher Wadia. In den vergangenen Monaten gab es elf Vogelgrippe-Ausbrüche bei Tieren in China.

Millionen Tiere geimpft

Um die weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben die chinesischen Behörden in den vergangenen Tagen 320 Millionen Tiere geimpft. Sämtliches Geflügel in der Provinz Lianoning sei geimpft worden, sagte Fu Jungwu vom regionalen Veterinäramt. In der Provinz war es zuvor zu vier Ausbrüchen der Tierseuche gekommen. Zehn Millionen Tiere wurden danach getötet.

Die vietnamesischen Behörden meldeten am Mittwoch Ausbrüche in drei weiteren Provinzen. Damit sind insgesamt 13 Städte oder Provinzen von der jüngsten Vogelgrippewelle in Vietnam betroffen.

Bundesregierung: Importverbot verlängern

Die Bundesregierung fordert angesichts der jüngsten Fälle von Vogelgrippe, das EU-Importverbot für kommerzielle Zier- und Wildvögel aus Südostasien zu verlängern. Deutschland setze sich dafür ein, daß die Regelung bis Ende Januar aufrechterhalten werde, sagte Staatssekretär Alexander Müller vom Verbraucherschutzministerium. Die Beschränkungen hätten dazu geführt, daß der Handel mit Vögeln in der EU praktisch zum Erliegen gekommen sei. Da in Südostasien laufend neue Fälle von Vogelgrippe gemeldet würden, müsse die Regelung verlängert werden, meinte er.

Die EU-Kommission hatte Ende Oktober beschlossen, das Importverbot zunächst bis Ende November zu befristen. Der zuständige Ausschuß für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit in Brüssel will über eine Verlängerung beraten. Nach EU-Angaben wurden in den drei Monaten vor In-Kraft-Treten der Regelung 232.000 Wild- und Ziervögel zu kommerziellen Zwecken in die EU importiert.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, AFP
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