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Sperber vor „Harvey“ gerettet : „Was soll ich jetzt mit ihm machen?“

  • -Aktualisiert am

Ungewöhnlicher Beifahrer: „Er weigert sich, wieder zu fliegen.“ Bild: Youtube/William Bruso

Tropensturm Harvey sorgt in Texas für Tod und Zerstörung. In all dem Chaos beeindruckt die oft selbstlose Hilfsbereitschaft der Menschen: In einem Fall kam sie einem Sperber zugute, der sich vor dem Sturm in ein Taxi gerettet hatte.

          Seit einigen Tagen tobt Tropensturm Harvey über dem amerikanischen Bundesstaat Texas. Schwere Stürme und Überschwemmungen halten die Rettungskräfte im Dauereinsatz. Doch nicht nur Menschen bringen sich in Sicherheit – auch viele Wildtiere suchen Schutz. Ein Rundschwanzsperber hat sich in der Gemeinde Magnolia bei Houston einen besonderen Unterschlupf gesucht: Das Auto von William Bruso.

          Nach einem Stopp entdeckt der Taxifahrer am Samstag den verängstigten Greifvogel auf seinem Beifahrersitz, macht ein Video von dem blinden Passagier und stellt es auf Youtube. „Er weigert sich, wieder zu fliegen“, berichtet Bruso. „Was soll ich jetzt mit ihm machen?“ In den folgenden Videoupdates sieht man, wie der Vogel selbst bei geöffneter Autotür lieber auf dieser sitzen bleibt, als das Weite zu suchen. Der Sturm pustet ihm kräftig durch die Federn.

          „Behalte ihn und kümmer dich um ihn“, lautet der Vorschlag der meisten Nutzer in den Kommentaren. Vielleicht habe das Tier sich verletzt und könne nicht alleine fliegen. Zahlreiche Vogelkundler geben Tipps, wie der Sperber zu versorgen sei und schreiben die Kontaktdaten von Wildauffangstationen dazu. Einige Spaßvögel kommentieren: „Der denkt bestimmt ,Schau nicht so blöd, fahr mich endlich'!“

          Schließlich gibt Bruso sich einen Ruck und spendiert dem Tier, das er nach dem Hurrikan „Harvey“ getauft hat, eine Fahrt zu sich nach Hause. In Update Nummer vier ist zu sehen, wie Harvey sich auf dem Armaturenbrett eingenistet hat. „Er hat sich selbst einen Job gegeben: Taxi-Co-Pilot!“ schrieb Bruso dazu.

          „Chillen mit DVDs, Likör und einem Greifvogel“

          Im nächsten Teil der bizarren Begegnung sitzt der nach wie vor etwas verängstigte Harvey vor Brusos hauseigener Bar. Der Taxifahrer hat ihm, wie von einigen Kommentatoren empfohlen, etwas rohes Hühnerfleisch aufgespießt und ihm eine Wasserschale hingestellt. Harvey, Bruso und ein Freund sehen sich gemeinsam die Hurrikan-Berichterstattung im Fernsehen an. „Chillen mit DVDs, Likör und einem Greifvogel ist soeben ein neues Lebensziel geworden“, schreibt ein Nutzer.

          „Die Tür war die ganze Nacht offen“, so Bruso in einem Update am nächsten Morgen. „Aber er will einfach nicht fliegen!“ Der Vogel schnabuliert lieber noch ein bisschen Hühnchen. Trotzdem endete das Mensch-Vogel-Abenteuer noch am gleichen Tag: Eine Mitarbeiterin des TWRC Wildlife Centers holte Harvey ab um ihn zu untersuchen und richtig zu pflegen, bis der Sturm vorbei ist. Das Center veröffentlichte ebenfalls ein Videoupdate, um Harveys Fans auf dem Laufenden zu halten.

          Die Nachricht von dem Unterschlupf bei Bruso scheint sich anschließend in der Tierwelt herumgesprochen zu haben: Als nächstes kam die Nachbarkatze zum Kuscheln, zuletzt entdeckte Bruso sogar einen Waschbär auf seiner Treppe. Auf jeden Fall deutlich angenehmerer Besuch, als in anderen Teilen Texas: Dort eroberten Alligatoren die überfluteten Straßen, wie zahlreiche Bilder in den sozialen Netzwerken zeigen.

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