http://www.faz.net/-gum-8r712

Wegen Eskalationsgefahr : Sachsen lässt erstmals einen Problemwolf schießen

  • Aktualisiert am

Ein Wolf ist in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide in Brandenburg zu sehen (Archivbild). In Sachsen ist jetzt ein Wolf zum Abschuss freigegeben worden. Bild: dpa

Wenn es um den Wolf geht, werden Debatten schnell emotional. Sachsen sieht sich jetzt gezwungen, eines dieser Tiere zur Strecke zu bringen.

          In Sachsen darf erstmals ein Wolf geschossen werden. Der knapp zweijährige Rüde habe sich im Landkreis Görlitz zuletzt auffällig verhalten, gab das Umweltministerium am Donnerstag in Dresden bekannt. Das Tier sei in den vergangenen Monaten immer wieder in Siedlungsgebieten aufgetaucht und habe nach Futter gesucht.

          „Wegen des auffälligen Verhaltens des Wolfes besteht die Gefahr einer weiteren Eskalation. Die Sicherheit von Menschen hat Vorrang vor dem Artenschutz“, hieß es. Das Landratsamt Görlitz erteilte für die offiziell als „Entnahme“ bezeichnete Jagd auf das Tier eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung. Mit dem Abschuss wird nun ein Jäger beauftragt.

          Die Grünen forderten, dass zunächst versucht werden müsse, den Wolf zu vertreiben. Dies sei so auch im Wolfsmanagementplan vorgesehen, sagte der umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, Wolfram Günther. „Nur wenn das nicht erfolgreich ist, soll der Wolf entnommen werden.“

          Der Wolf stammt aus dem polnischen „Ruszow-Rudel“

          Nach Angaben des Ministeriums wurde durch genetische Untersuchungen von gefundenen Haaren die Identität des Wolfes ermittelt. Er stammt aus dem polnischen „Ruszow-Rudel“, dessen Territorium direkt an Sachsen angrenzt. Durch den DNA-Abgleich konnte zudem nachgewiesen werden, dass es sich um denselben Wolf handelt, der Anfang Juni 2016 dabei beobachtet wurde, wie er von einem Grundstück das Fell eines gerade zerlegten Wildschweins in das angrenzende Waldstück zerrte. Polnische Wissenschaftler informierten darüber, dass dieser Wolf bereits als Welpe von Menschen gefüttert worden war.

          Bislang waren in Sachsen bereits zwei verletzte Wölfe eingeschläfert worden. Einen Abschuss gab es aber noch nicht. Ein Abschuss ist per Gesetz geregelt und in einem Managementplan für Wölfe in Sachsen festgeschrieben. Nach Angaben des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ gibt es im Freistaat derzeit 15 Wolfsrudel, drei Paare und ein Einzeltier.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Die rettende Haut des Zwillingsbruders Video-Seite öffnen

          Neues medizinisches Verfahren : Die rettende Haut des Zwillingsbruders

          Dank der Haut seines Zwillingsbruders hat ein Schwerstverbrannter in Frankreich überlebt. Die Ärzte transplantierten ihm in mehreren Stufen Haut seines Bruders. Laut den Ärzten macht der Mann gut ein Jahr nach einem Arbeitsunfall 2016 gute gesundheitliche Fortschritte.

          Amerika im Shopping-Rausch Video-Seite öffnen

          „Black Friday“ : Amerika im Shopping-Rausch

          Der Black Friday ist der umsatzstärkste Tag des Jahres für den amerikanischen Einzelhandel. Obwohl er kein offizieller Feiertag ist, hat der Black Friday etwas von einem Shopping-Feiertag, da viele Angestellte ihn als Brückentag zwischen Thanksgiving, das immer auf einen Donnerstag fällt und dem darauffolgenden Wochenende nutzen.

          Topmeldungen

          Donald Trump zu „Thanksgiving“ am Donnerstag in Florida

          Trumps Wahlversprechen : Eine große Steuerreform mit Tücken

          Die amerikanischen Pläne für eine Steuerreform werden multinationale Konzerne aus dem Rest der Welt negativ treffen. Besonders Siemens könnte Probleme bekommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.