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In Thüringen : Gnadenfrist für junge Mischlingswölfe

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Die Bild einer Fotofalle zeigt Anfang Oktober sechs junge Wolfsmischlinge in Thüringen Bild: dpa

Bis zum Frühjahr soll versucht werden, die sechs jungen Wolfsmischlinge in Thüringen lebend einzufangen. Sollte das nicht gelingen, gibt es wohl keine Gnade mehr.

          Die sechs jungen Wolfsmischlinge auf dem Thüringer Truppenübungsplatz Ohrdruf (Landkreis Gotha) bekommen eine letzte Gnadenfrist. Die Nachkommen von Thüringens einziger bisher bekannter Wölfin und einem freilaufenden Hund sollen lebend eingefangen und in den Alternativen Bärenpark Worbis im Eichsfeld gebracht werden, kündigte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Mittwoch in Erfurt an. Dort steht nach Angaben des gemeinnützigen Tierschutzprojektes den sechs Hybriden ein etwa 1,5 Hektar großes Gehege zur Verfügung.

          Die Diskussion um die Mischlingswelpen war nach wiederholten Rissen von Schafen und Ziegen in unmittelbarer Nähe des Truppenübungsplatzes entbrannt. Seit Juli sind nach Angaben des Ministeriums 82 Herdentiere nächtlichen Angriffen zum Opfer gefallen, die der Wölfin und ihren Jungen zugeschrieben werden. Seit der Nachweis des Rudels mit Hilfe von Fotofallen gelang, wird zum Teil sehr emotional über seine Zukunft gestritten.

          Es gebe zur „Entnahme“ der Hybriden aus dem Naturraum aus rechtlichen wie Artenschutzgründen keine Alternative, betonte die Ministerin. In intensiven Gesprächen mit Schäfern, Natur- und Tierschützern, der Bundeswehr sowie Forstleuten und Wolfsexperten habe man sich nun dazu entschlossen, die Tiere lebend einzufangen. Solle das bis zum Frühjahr – dann beginnen die Nachkommen sich eigene Reviere zu suchen – nicht gelingen, sei ein Abschuss nicht ausgeschlossen, so die Grünen-Politikerin.

          Für das Aufspüren der Ruhezonen des Rudels und das Einfangen der Wölfin sowie der sechs Welpen ist das Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland im sächsischen Spreewitz zuständig. Das Einfangen soll mit Hilfe von sogenannten Schlingenfallen erfolgen, erklärte die Ministerin. Im Anschluss würden die Jungtiere in den Bärenpark gebracht. Die Wölfin erhalte im Erfolgsfall einen Funksender und werde wieder in ihrem angestammten Revier ausgesetzt. Dort wurde sie 2014 zum ersten Mal nachgewiesen.

          In dem Alternativen Bärenpark leben den Angaben zufolge aktuell fünf Wölfe und acht Bären, darunter viele frühere Zirkusbären. Ministerium und Parks strebten nun eine Kooperationsvereinbarung an. Der Bärenpark könnte so künftig in Thüringen zur offiziellen Auffangstation für Wildtiere werden.

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