http://www.faz.net/-gum-91cr9

US-Urteil zu Lärmbelästigung : Besitzer müssen lauten Hunden Teile der Stimmbänder entfernen

  • Aktualisiert am

Der Do Khyi, auch Tibetdogge oder Tibetmastiff genannt, ist die größte Hunderasse der Welt. Auch die Welpen haben schon eine beachtliche Größe. Bild: Picture-Alliance

Das Bellen der Nachbarshunde störte Bewohner des Ortes Eugene seit Jahren so sehr, dass der Fall vor Gericht landete. Jetzt ist das Urteil gefallen: Das Bellen soll chirurgisch unterbunden werden.

          Hundebesitzer im amerikanischen Bundesstaat Oregon müssen laut einem Gerichtsbeschluss ihre Tiere operieren lassen, damit sie leiser bellen. Dem Urteil ging ein jahrelanger Rechtsstreit voraus, nachdem Nachbarn sich über das Bellen der Hunde beschwert hatten. Bei den Tieren handelt es sich um mehrere Tibetmastiffs.

          Beim sogenannten Debarking entfernt ein Tierarzt Teile der Stimmbänder des Hundes. Das Bellen soll dadurch gedämpfter und weniger störend klingen. In Deutschland und den meisten EU-Staaten ist diese Praxis verboten. In den Vereinigten Staaten gelten unterschiedliche Bestimmungen, nur in wenigen Bundesstaaten wie Massachussetts ist Debarking ausdrücklich nicht erlaubt.

          Der Rechtsstreit hatte sich über Jahre hingezogen. Das Paar hält seit 1999 Tibetmastiffs mit der Begründung, diese für die Schafzucht zu benötigen. Zeitweise sollen bis zu elf Exemplare der rund 60 Zentimeter großen Tiere auf dem Grundstück gelebt haben.

          Bereits 2015 hatte ein Gericht entschieden, es handele sich bei dem Betrieb nicht um eine Farm, und die Hundehalter zu 238 000 US-Dollar Schadensersatz an die Nachbarn verurteilt. Schon damals sollten sie auch das Bellen der Tiere - wenn nötig chirurgisch - unterbinden. Dem kamen die beiden jedoch nicht nach. Die Richter bestätigten das frühere Urteil jetzt. Die Kläger hatten angegeben, die Lautstärke des Gebells der Tiere auf dem Nachbargrundstück entspreche der von einer Schießanlage oder durchdringender Autohupen.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Sonderbericht zur Griechenland-Krise

          Der Tag : Sonderbericht zur Griechenland-Krise

          Der Europäische Rechnungshof veröffentlicht einen Sonderbericht zum Verhalten der Kommission und der EZB in der Griechenland-Krise. Der BGH verhandelt über den Umgang mit Riester-Renten bei Privatinsolvenz.

          Historisches Urteil gegen Mladic erwartet Video-Seite öffnen

          Den Haag : Historisches Urteil gegen Mladic erwartet

          Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wird das Urteil gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Radko Mladic fällen, der unter anderem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht wird. Vielen bosnischen Serben gilt der „Schlächter vom Balkan“ bis heute dennoch als Held.

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.

          Bundestag nach Jamaika-Aus : Ein fast normaler Tag im Plenum

          Von einer Staatskrise ist im Bundestag keine Rede – die Kontrahenten grüßen einander freundlich und denken sogar über Gesetzentwürfe nach. Und Kanzlerin Merkel lobt eine Partei.
           Luftstaubsammler an der BfS-Messstation Schauinsland

          Mysteriöses Ruthenium-106 : Was geschah im Ural?

          Aus welcher Quelle stammt die Wolke radioaktiven Rutheniums, die Ende September Europa erreicht hat? Und wie bedenklich sind die hier gemessenen Konzentrationen? Hier sind einige Antworten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.