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Bedrohte Arten : Wer kennt schon die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus?

  • Aktualisiert am

Ein Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus wurde zuletzt 2009 gesehen. Wahrscheinlich ist sie ausgestorben. Bild: dpa

Fast 250 Tier- und Pflanzenarten sind neu vom Aussterben bedroht, zehn für immer verschwunden. Betroffen sind zum Beispiel die Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus und die Rumpelstilzchen-Zwergheuschrecke, aber auch Eschen in Amerika.

          Die Rumpelstilzchen-Zwergheuschrecke, der zirpende Riesenkugler und die ganz gemeine amerikanische Esche sind vom Aussterben bedroht. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt sie in ihrer neuen, am Donnerstag veröffentlichen Roten Liste in der Kategorie der bedrohtesten Arten. Für die winzige Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus (Pipistrellus murrayi) gebe es keine Hoffnung mehr. Sie gilt nun als ausgestorben.

          „Wir Menschen scheuchen die Arten mit unserem Verhalten so schnell an den Rand des Abgrunds, dass es für Umweltschützer fast unmöglich ist, den Niedergang in Echtzeit zu dokumentieren“, sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. „Es besteht weltweit dringend Handlungsbedarf für unseren Planeten, damit das Überleben der Arten und unsere eigene nachhaltige Zukunft gesichert werden.“

          Auf Madagaskar seien sieben der nur dort vorkommenden 71 Heuschreckenarten vom Aussterben bedroht. Darunter sei die Rumpelstilzchen-Zwergheuschrecke (Agkistropleuron simplex), von der zuletzt 1995 ein Exemplar gesichtet wurde. Auf der Insel vor Afrika sind auch 27 der 145 Tausendfüßler kurz vor dem Aussterben, darunter der zirpende Riesenkugler (Sphaeromimus splendidus), der auf den ersten Blick wie eine Schnecke aussieht.

          Die Lebensräume der Tiere werden zerstört

          Die Vernichtung ihres Lebensraums durch das Abholzen der Wälder bedroht das Überleben der Arten. Der Riesenkugler könne nur auf den sandigen Böden des Küstenregenwaldes überleben, heißt es bei der IUCN. Das Biotop verschwinde aber. Zu allem Überfluss sei dort nun auch ein Tagebaubergwerk geplant.

          In der Roten Liste gibt es mehrere Kategorien zum Status von Arten. „Vom Aussterben bedroht“ ist die höchste. Die Kategorien darunter heißen „stark gefährdet“ und „verletzlich“.

          Milliarden von Eschen gibt es in den 48 amerikanischen Bundesstaaten ohne Hawaii und Alaska. Der Asiatische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis) drohe aber nun fünf der sechs verbreitetsten Arten zu vernichten, so die IUCN. 80 Pozent der Bäume seien in Gefahr, darunter Rot,- Weiß- und Schwarz-Eschen (Fraxinus pennsylvanica, F. americana, F. nigra). Der Käfer sei Ende der 90er Jahre auf Schiffspaletten eingeschleppt worden und habe sich rasant ausgebreitet. Die Klimaerwärmung lasse ihn auch in einigen eigentlich für ihn zu kalten Regionen überleben.

          Zehn weitere Arten gelten als „ausgestorben“

          Die Weiß-Esche ist nach Angaben der IUCN der wertvollste Baum der amerikanischen Holzindustrie. Daraus werden Möbel, Baseball- und Tennisschläger gemacht. Mit den Bäumen würde auch ein wichtiger Teil des Lebensraums von Vögeln, Eichhörnchen und Insekten verschwinden.

          Experten haben für die Rote Liste fast 88.000 Arten unter die Lupe genommen. Das ist ein Bruchteil der geschätzten zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten auf dem Planeten. Von den untersuchten Arten sind nach Meinung der Experten gut 25.000 bedroht. Die Zahl in der höchsten Kategorie, „vom Aussterben bedroht“, stieg von 5157 auf 5403. Die Zahl der ausgestorbenen Arten stieg von 849 auf 859 Arten. Oft hat sich aber nicht die Situation der Art dramatisch geändert. Vielmehr haben die Wissenschaftler bessere Daten zusammengetragen.

          Quelle: dpa

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