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Wachsamkeit gefordert : Afrikanische Schweinepest nah an Deutschland

  • Aktualisiert am

Das Warnschild steht bei einem Rundgang durch das hessische Zentrallager für Tierseuchenbekämpfungsmaterial an einen Tieranhänger gelehnt. Bild: dpa

Belgische Behörden weisen den Erreger in zwei toten Tieren nahe der Grenze zu Deutschland nach. Auch der Mensch kann das Virus übertragen. Die Ausbreitung hätte Folgen für die Landwirte.

          Afrikanische Schweinepest nah an  Die Afrikanische Schweinepest ist in Westeuropa angekommen. Nach Angaben belgischer Behörden wurden die Erreger in zwei toten Wildschweinen nachgewiesen – nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Sie seien in der Gemeinde Étalle in der südbelgischen Region Wallonie entdeckt worden, im Dreiländereck Belgien, Frankreich und Luxemburg. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, es drohen aber Folgen für Landwirte und Export.

          Der erste Nachweis in Westeuropa weitab von den bisherigen Ausbruchsherden lasse vermuten, dass der Erreger durch den Menschen eingeschleppt wurde, sagte eine Sprecherin des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Das kann beispielsweise durch ein weggeworfenes Wurstbrot passieren, das Wildschweine fressen. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland, doch mit der Zunahme der Infektionen in Europa wächst das Risiko.

          Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Wild- und Hausschweine befällt und für sie tödlich sein kann. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren, aber auch durch Speisereste, die von Menschen aus infizierten Gebieten mitgebracht und dann weggeworfen wurden, übertragen werden. Eine schützende Impfung gegen das Virus gibt es bisher nicht. Die belgischen Behörden warnten vor negativen Auswirkungen auf die Tierhaltung und die Wirtschaft.

          Für Menschen ist das Virus keine Gefahr

          „Die Schweinehalter in Deutschland sind alarmiert und äußerst besorgt“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. „Für Menschen und andere Tiere ist dieses Virus grundsätzlich keine Gefahr, trotzdem müssen wir jetzt noch mehr auf konsequente Hygienemaßnahmen in unseren Betrieben achten, um unsere Bestände zu schützen.“ Schon beim ersten Nachweis in Deutschland, egal ob bei Wild- oder Hausschwein, droht der Export von Schweinefleisch nach früheren Angaben des Bauernverbands in Länder außerhalb der EU wie etwa nach China zum Erliegen zu kommen.

          Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, sie nehme die Situation ernst - „aber wir sind gut vorbereitet“. Ihr Ministerium stehe in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission. Das Ministerium wies abermals auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in der Schweinehaltung hin. Jäger wurden aufgefordert, tote Wildschweine den jeweils zuständigen Behörde zu melden, um eine Untersuchung zu sichern.

          Der Deutsche Jagdverband (DJV) forderte die Sicherheitsmaßnahmen insbesondere an Parkplätzen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen entlang von Transitstrecken dringend zu verbessern. Dazu gehörten verschlossene Abfallbehälter ebenso wie Zäune. „Ein achtlos entsorgter Rest infizierter Rohwurst reicht aus, um Schweine anzustecken“, sagte DJV-Vizepräsident Wolfgang Bethe.

          Seit Jahresbeginn wurden nach jüngsten FLI-Angaben in Europa bereits über 5000 Fälle von Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen, davon mehr als 1120 in Hausschweinbeständen. Betroffen waren bislang das Baltikum, Polen, die Tschechische Republik, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine. Als besonders kritisch wird die Lage in Rumänien eingeschätzt, wo es schon mehr als 870 Nachweise bei Hausschweinen gab.

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