29.06.2001 · Für Glühwürmchen ist es wichtig, das richtigen Lichtsignal zu geben. Nur so finden sie den passenden Partner.
Romantische Sommerabende, die Sonne sinkt, es dämmert und die Glühwürmchen fliegen. Der Flirt-Faktor für den Menschen ist hoch! Aber auch die Glühwürmchen sind auf der Suche nach dem richtigen Partner, und den erkennen sie am speziellen Flackern.
Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, wie Glühwürmchen das Lichtsignal an- und ausschalten können, um beim Liebeswerben den richtigen Licht-Morsecode auszustrahlen. Denn jedes einzelne Glühwürmchen aus hunderten Arten hat sein eigenes Lichtsignal. Anders als Quallen und Bakterien können Glühwürmchen deshalb nicht nur leuchten, sondern ihr Licht auch gezielt an- und abschalten.
Das funktioniert so: In den Leuchtkörpern der Würmchen sitzen sogenannte Fotozyten. Deren Ränder sind voller Mitochondrien - den Kraftwerken von Zellen. Diese Mitochondrien verarbeiten normalerweise den Sauerstoff und halten ihn vom Inneren der Fotozyten ab. Die Laterne des Glühwurms bleibt dunkel. Beim Anschalten gibt ein Nervensignal Stickoxid frei. Dieses einfache Gas aus Stickstoff und Sauerstoff bremst die Arbeit der Mitochondrien sofort, Sauerstoff gelangt in das Innere der Fotozyten und das Licht geht an. Das Paradoxon: Das Licht geht an, wenn keine Energie von den Mitochondrien erzeugt wird.
Die Forscher kamen auf die Spur des Gases, als sie Glühwürmchen in eine Kammer voll Gas setzten. Wenn Stickoxid in die Kammer kam, leuchteten alle Würmchen synchron los. Ohne Stickoxid gab es kein Licht.