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Tiere Pazifische Austern bevölkern die Nordsee

22.10.2002 ·  Mitte der 60er Jahre zu Zuchtzwecken eingeführt, haben sich pazifische Austern in der Nordsee breit gemacht.

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Eigentlich gehört die pazifische Auster - wie der Name schon sagt - in den Pazifik. Doch auch in der Nordsee macht sich das Tier mit dem lateinischen Namen Crassostrea gigas breit. Denn ohne natürliche Feinde lebt die Auster wohl ganz gut in nördlichen Gefilden.

Als die pazifischen Austern Mitte der 60er Jahre zu Zuchtzwecken in der Nordsee angesiedelt wurde, glaubten wegen der niedrigen Wassertemperaturen nur wenige, dass sie sich dort ansiedeln würden. Doch offensichtlich genügte die Sommersonne, um im Wattenmeer das Wasser genügend aufzuheizen, damit die Austern sich vermehren. Genauso pflanzte sich auch die europäische Auster, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an der gesamten Küste Norwegens verbreitet war, fort. Dort lebt sie in geschützten Fjorden und auch dort nur in flachen Gewässern, die im Sommer ausreichend aufgeheizt werden.

Ohne natürliche Feinde

Zudem haben die pazifischen Austern im Wattenmeer keine natürlichen Feinde. Nur die Larven seien Nahrung für Fische und Krebse, sagt Achim Wehrmann vom Wilhelmshavener Forschungsinstitut Senckenberg. Besonders gern siedelten sich die Austern auf Hartgründen, wie Miesmuschelbänken, an. „Wir haben ein Projekt beantragt, um zu erforschen, ob die Austern ein Gefährdungspotenzial für den Miesmuschelbestand darstellen“, sagt Wehrmann.

Austern vermehren sich, indem sie ab Frühjahr Rogen und Fischmilch bilden. Im Spätsommer laichen sie - falls die Wassertemperatur hoch genug ist. Die Eier werden im Inneren der Schale befruchtet, und die Larven verbleiben dort die ersten fünf Tage. Dann verlassen sie die Mutter als freischwimmende Larven und setzen sich an einer geeigneten Oberfläche fest, um dort den Rest ihres Lebens zu verbringen. Auf diesem Wege gelangten die jungen Austern aus den Zuchtbetrieben und siedelten sich in der Nordsee an.

Teure Delikatesse

Einen Feind haben die Austern - der Mensch schätzt die manchmal perlenbildenden Tiere als Delikatesse. Die pazifischen Austern kosten 1,50 Euro pro Stück. Die Meerestiere sollen sehr gesund sein und haben den Ruf, die Liebeskraft zu stärken. Und die neuangesiedelten pazifischen Austern schmecken wohl auch akzeptabel. Der Biologe der Forschungsstation Küste des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie auf der Insel Norderney, Georg Donner, hat sie selbst versucht und kam zu dem Urteil: „Die schmecken ausgezeichnet.“

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