06.11.2002 · Nur die Kaulquappen des Zwergkrallenfroschs saugen ihre Nahrung ein statt sie zu aus dem Wasser zu filtern.
Die Bilder zeigen, was noch niemand gesehen hatte: Die mikroskopischen Kaulquappen des Zwergkrallenfroschs saugen ihre Nahrung in wenigen Millisekunden ein. Sie filtern das Wasser nicht nach geeigneter Nahrung, sondern jagen ihre Beute und schnappen sie sich blitzschnell.
Dazu lässt die Quappe ihren Unterkiefer fallen, stülpt den Mund so vorwärts und hebt den Kopf während sie das Wasser einsaugt. Diese Vergrößerung des Mundvolumens verstärkt den Sog, der in sechs Millisekunden den Nachwuchs von Krabben, Wasserflöhe und andere Beute in den Mund und damit den Magen der Quappe zieht. „Zuerst ortet die Quappe ihr Opfer mit den Augen, dann verfolgt sie es und fängt es schließlich mit dem Saugmechanismus. Ein einzigartiges Fressverhalten unter Fröschen,“ veröffentlichten die Forscher, die erstmals Bilder des Vorgangs machten, in der Zeitschrift Nature.
„Wie Honig filtern“
Einer der Wissenschaftler, Stephen Deban von der University of Utah, erklärt, warum die nur einen bis drei Millimeter langen Kaulquappen auf diese Weise jagen. „Für die winzigen Quappen hat das Wasser eine hohe Viskosität, es ist zäh wie Sirup.“ Der Vorgang des Wasserfilterns sei für sie wie „Honig durch einen Filter pressen“. „Daher ist es einfacher, Wasser einfach in einem großen Schwall aufzunehmen.“
Außer den Kaulquappen des Zwergkrallenfrosches saugen zwar noch andere Kaulquappen, doch denen fehlt der herausstülpende Mund, der wie bei Fischen ausfährt. Wie seine Kaulquappen saugt auch der ausgewachsene Zwergkrallenfrosch seine Nahrung ein.
Video des Vorgangs
Die Bilder des Vorgangs haben Deban und seine Kollegin Wendy Olson von der Dalhousie University in Halifax mit einer Hochgeschwindigkeits-Videokamera. Sie bauten aus Diarähmchen ein winziges Aquarium mit 7,6 Zentimetern Breite, 2,5 Zentimetern Höhe sowie einem halben Zentimeter Länge und filmten die Kaulquappen darin. Sehen Sie das Video der saugenden Kaulquappen, das die beiden Wissenschaftler gemacht haben.