16.01.2002 · Drei tote Wale vor der Küste Schlewig-Holsteins: Experten rätseln noch, warum die Tiere sterben mussten.
Drei Pottwal-Bullen sind von südwestlich von Friedrichskoog vor der schleswig-holsteinischen Westküste im flachen Wasser verendet. Vermutlich kamen die Tiere in zu flaches Wasser und sind bewegungsunfähig an ihrem Gewicht erstickt. An der Stelle, an der die Meeressäuger gefunden wurden, ist das Wasser auch bei Flut nicht höher als 1,50 Meter.
Nach Angaben des zuständigen Wasser- und Schifffahrtamtes Cuxhaven geht von den etwa elf Meter langen Tieren keine Gefahr für die Schifffahrt aus. Auch zu Fuß seien sie von der Küste aus nicht zu erreichen. Ein Sprecher des Nationalparkamtes Schlewig-Holsteinsches Wattenmeer sagte, es spreche nichts dagegen, die Wale an der Stelle wo sie liegen, verwesen zu lassen, das sei ein natürlicher Prozess. Greenpeace-Wal-Experte Thilo Maack berichtete von einem starken Verwesungsgeruch vor Ort.
Gestrandet
Experten vermuten, dass sich die Wale auf dem Weg aus dem Eismeer zu den Azoren waren. Die Gründe, warum die Meeressäuger vom Weg abkamen, sind noch unklar. Nach Meinung von Experten kommen Störgeräusche genauso in Frage wie Umweltgifte. Die Vermutungen von Greenpeace sind konkreter. Maack sagte, der Tod der Tiere stehe im Zusammenhang mit Bohrungen und seismischen Untersuchungen bei der Öl- und Gasförderung. Bei der Erschließung neuer Ölfelder westlich der Shetland Inseln entstünden so starke akustische Signale, dass die Tiere sich in die flache Nordsee verirrt hätten. In den vergangenen zehn Jahren seien in der Nordsee 82 Wale gestrandet.