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Tiere Das Insekt des Jahres 2003: Die Feldgrille

Die Feldgrille ist das Insekt des Jahres 2003. Das schwarz gefärbte, bis zu zwei Zentimeter lange Insekt ist jedoch häufiger zu hören als zu sehen.

© dpa Vergrößern Eine Feldgrille auf einem Salatblatt

Die Feldgrille ist das Insekt des Jahres 2003. Das schwarz gefärbte, bis zu zwei Zentimeter lange Insekt ist jedoch häufiger zu hören als zu sehen. An warmen Sommertagen hat wohl jeder Spaziergänger das Zirpen schon einmal gehört. Aber die Grillen sind sehr schreckhaft und verstecken sich bei drohender Gefahr sofort.

Was zeichnet die Feldgrille aus, was für ein Tier ist sie? Sie gehört zur Familie der Heuschrecken, kann aber im Gegensatz zu vielen der 80 heimischen Heuschreckenarten nicht fliegen. Die Grille ist mit ihrem großkugeligen, schwarzglänzenden Kopf und den langen Fühlern eine imposante Erscheinung. Der Körper und die Flügel erinnern an einen schwarzen, mit feinen Goldsamt besetzten Frack. Wie alle Heuschrecken ähneln die Larven den erwachsenen Tieren, nur haben sie noch keine Flügel.

Die Feldgrille lebt draußen, wie der Name schon sagt, im Feld. Sie ist sehr wärmebedürftig und bevorzugt daher trockene, schütter bewachsene Böschungen und Hänge. Auch in Feldrainen, Heiden und sogar Äckern hält sie sich auf.

Für die Musik, die die Grillen so bekannt gemacht haben, sind die Männchen zuständig. Sie erzeugen die Töne, indem sie die Flügel rasch gegeneinander bewegen, wobei eine glatte Schrillkante über eine Sägeblatt ähnliche Schrillader streift. Vom späten Vormittag bis in die warmen Nachtstunden ist diese Musik bis zu einem Umkreis von 50 Metern zu hören.

Und wozu anders sollten die musikalischen Einlagen gut sein, als Weibchen zu becircen. Diese hören die Geräusche mit den Ohren an ihren beiden Vorderbeinen. Mit jeweils einem großen und kleinen Trommelfell kann das paarungsbereite Weibchen den Partner aus bis zu zehn Meter Entfernung orten, um ihm dann zielsicher entgegenzulaufen. Daraufhin beginnt das Männchen einen für Menschen kaum hörbaren Werbegesang.

Doch Grillen sind nicht nur Menschen sondern auch ihresgleichen gegenüber sehr scheu. Schon bei den ersten Annäherungsversuchen hört der Gesang auf. Das balzende Männchen versteckt sich in einem selbst gegrabenen Erdloch und bewacht den Eingang der Höhle. Nähert sich ein konkurrierendes Männchen, entstehen häufig Kämpfe, wobei sich die Tiere beißen und mit den Köpfen zusammenstoßen.

Das stumme Weibchen ist an seiner Legeröhre zu erkennen. Es legt einige hundert Eier in Haufen zu jeweils 20 bis 40 und hinterlässt sie ohne jegliche Brutpflege. Die nach zwei bis drei Wochen schlüpfenden Larven sind nicht wählerisch. Sie fressen eigentlich alles, auch kleinere Bodentiere, bevorzugen jedoch Blätter und Wurzeln von Gräsern und Kräutern. Sie häuten sich bis zu zehnmal, bevor sie sich für den Winter in selbstgegrabene Erdgänge zurückziehen.

Die Feldgrille ist ein echter, wärmeliebender Europäer, sie kommt aber auch in Nordwestafrika vor. Im südlichen Deutschland ist sie an vielen Stellen noch häufig zu finden, doch dünnen die Vorkommen schon aus klimatischen Gründen nach Norden hin aus. Hinzu kommen Verluste an Lebensräumen, so dass die Feldgrille inzwischen in vielen Landschaften vom Rückgang betroffen und in manchen Gegenden sogar schon ausgestorben ist.

Dass auch Menschen Grillen haben können, ist altbekannt. Die wechselnden Stimmungen und psychischen Eigenheiten, verwunderlichen Einfälle und Launen werden bei Luther und Goethe mit Grillen bezeichnet. Ein Zusammenhang mit der Feldgrille und der nahe verwandten Hausgrille, dem Heimchen, ist aber nicht erkennbar.

Quelle: @cop

 
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