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Tief „Axel“ : Behörde warnt vor heftiger Sturmflut

  • Aktualisiert am

Ein Bus fährt am Mittwoch über den überfluteten Hamburger Fischmarkt. Bild: dpa

Der Ostsee droht die schwerste Sturmflut seit zehn Jahren. Verantwortlich ist Tief „Axel“, das in den deutschen Mittelgebirgen schon reichlich Schnee bringt. Im Norden bringt es den Zugverkehr durcheinander.

          Starke Sturmböen, Regen- und Schneeschauer: Tief „Axel“ ist in der Nacht zu Mittwoch über Deutschland hinweggefegt. In den Mittelgebirgen und im Bayerischen Wald schneite es zum Teil heftig. Durch den starken Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern gebe es mancherorts gefährliche Schneeverwehungen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Auf dem Brocken im Harz und in weiteren Höhenlagen habe es auch orkanartige Böen gegeben. Im Straßen- und Bahnverkehr blieb es aber zunächst weitgehend ruhig.

          An der deutschen Nordseeküste warnte das Bundesamt für Seeschifffahrt (BSH) vor einer Sturmflut in den frühen Morgenstunden. Das Morgen-Hochwasser werde etwa 1,50 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen. Im Weser- und Elbgebiet sogar um bis zu zwei Meter.

          Folgen hat das Sturmtief schon für den Verkehr vor allem im Norden: Teils heftige Sturmböen haben in der Nacht zum Mittwoch Bäume auf Bahngleise stürzen lassen. In Schleswig Holstein gab es laut einem Bahnsprecher Probleme auf den Fernverkehrsstrecken von Hamburg nach Kiel und von Hamburg nach Westerland.

          Passanten kämpfen am Dienstag im schleswig-holsteinischen Neumünster mit dem starken Wind und dem Regen.

          In Niedersachsen musste die Bahnstrecke von Bremen nach Hannover zwischen Eystrup und Nienburg gesperrt werden. Der Fernverkehr wurde weiträumig umgeleitet. Lokal fuhr ein Ersatzverkehr mit Bussen. In Mecklenburg-Vorpommern musste die Strecke zwischen Hamburg und Schwerin bei Holthusen gesperrt werden. Die Züge wurden über Ludwigslust umgeleitet, was zu Verspätungen führte. In Nordbayern kollidierte ein Regionalzug bei Schwarzenbach an der Saale mit einem umgestürzten Baum. Personen kamen nicht zu Schaden.



          Orkanartige Sturmböen

          Und es geht unruhig weiter: Tief „Axel“ soll zunächst mit orkanartigen Böen um 110 Stundenkilometer über Norddeutschland ziehen. Auf die deutsche Ostseeküste könnte am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag die schwerste Sturmflut seit mehr als zehn Jahren zurollen. Eine schwere Sturmflut mit Werten über 1,50 Meter über dem normalen Wasserstand ist nach Angaben des BSH auch dort nicht auszuschließen. Ursache ist nicht nur Tief „Axel“ - auch führt die Ostsee zurzeit besonders viel Wasser, weil der Westwind in den vergangenen Tagen viel Nordseewasser in das Nachbarmeer gedrückt hat.

          Wasser der Nordsee dringt am Mittwoch in das Erdgeschoss eines Gebäudes am Fähranleger in Dagebüll (Schleswig-Holstein).

          Auf den Berggipfeln rechnen die Meteorologen weiter mit orkanartigen Sturmböen. Autofahrer müssen sich in mehreren Bundesländern auf Beeinträchtigungen einstellen.

          Im Gebirge wird durch die arktische Luft vom Nordmeer Schnee erwartet. In Nordwestlagen der Mittelgebirge könnte es bis zu 30 Zentimeter Neuschnee geben, sonst zwischen 10 und 20 Zentimeter. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes rechnen dadurch auch mit Behinderungen im Straßenverkehr, selbst wenn die Schneefallgrenze am Mittwoch bei 400 Metern liegen soll. Der starke Wind in den Höhenlagen dürfte nämlich auch weiterhin für Schneeverwehungen sorgen, die Auswirkungen auf die Straßenverhältnisse haben können.

          Spaziergänger sind am Dienstag an der aufgewühlten Ostsee in Graal-Müritz unterwegs.

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