Bei einem ADAC-Test an 23 großen Bahnhöfen in Europa haben die 7 untersuchten deutschen Bahnhöfe am besten abgeschnitten. Testsieger als einziger mit der Gesamtnote „sehr gut“ wurde der Hauptbahnhof in Frankfurt am Main, berichtete der ADAC am Mittwoch in München. Die Plätze 2 bis 7 belegten mit einer Gesamtnote „gut“ die Hauptbahnhöfe in Hannover, Hamburg, München, der Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin und die Hauptbahnhöfe in Leipzig sowie Stuttgart.
Bewertet wurden unter anderem Hygiene, Service, Komfort und Sicherheit. „Bahnhöfe sind die Visitenkarte einer Stadt“, sagte ADAC-Vizepräsident Max Stich. Insofern seien die Noten für die deutschen Bahnhöfe ein „stolzes Ergebnis“, das angesichts immer wieder geäußerter Kritik in der Öffentlichkeit auch überraschend sei.
Von der möglichen Maximalzahl von 850 Punkten habe der Frankfurter Hauptbahnhof 726 Punkte oder 85 Prozent erreicht. Zur Verkehrsbedeutung der rund 6.000 Bahnhöfe in Deutschland wies Stich darauf hin, dass diese von jährlich 4,1 Milliarden Menschen genutzt werden.
Sicherheit und Service stimmen in Frankfurt
Der Frankfurter Hauptbahnhof bekam den Angaben zufolge beste Noten in den Sparten Sicherheit, Service Bahn und Service Bahnhof, Wege innen und Wege nach außen sowie für seine Informationen. Gute Noten gab es dort für Komfort, Sauberkeit und faire Preise. Im europäischen Ausland bekamen auch der Hauptbahnhof in Zürich und der Bahnhof „Midi“ in Brüssel die Note „gut“, wobei aber sehr hohe Preise in Zürich bemängelt wurden.
Von den anderen europäischen Bahnhöfen wurden London-Waterloo, Gare de Lyon in Paris und sieben weitere mit „ausreichend“ bewertet. Fünf Bahnhöfe im europäischen Ausland - darunter auch Wien-West und Wien-Süd - fielen im Test mit einer Gesamtbewertung „mangelhaft“ durch. Schlechte Noten gab es dort besonders bei Komfort, Sauberkeit und Service.
Testverlierer: Lille-Flandres
Testverlierer war der Bahnhof Lille-Flandres in Frankreich. In Zusammenarbeit mit anderen Autoclubs in Europa habe man aus der Sicht von Touristen, Geschäftsreisenden und Pendlern getestet, erklärte ADAC-Experte Robert Sauter. Die Checklisten für den Test seien zusammen mit dem Europäischen Tourismus-Institut (ETI) in Trier, den Sicherheitsexperten des Fraunhofer-Instituts UMSICHT in Oberhausen sowie dem Medizin-Fachlabor Synlab in Augsburg erarbeitet worden.