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Test Billig-Sekt ist oft sein Geld nicht wert

27.12.2001 ·  Billig-Sekte schmecken häufig muffig und sind ihr Geld oft nicht wert. Dies ist das Ergebnis eines Sekt-Tests.

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Der Geschmack erinnerte an „verbrannte Autoreifen“, war „muffig“, „unangenehm“ oder den Geruch „nach Hühnerstall“: Billig-Sekt, so die Schlussfolgerung des WDR-Hörfunks, ist „oft selbst seinen niedrigen Preis nicht wert“. Der Sender ließ Experten zehn Sektsorten zu Preisen unter 3,50 Euro (knapp sieben Mark) sowie zwei teurere Marken verkosten.

Das Urteil der Tester fiel vernichtend aus. Rühmliche Ausnahme war ein trockener Aldi-Sekt, Marke „Auerbach“, zum Preis von DM 4,98. Er erhielt die Gesamtnote 2,8 und wurde damit Testsieger. 60 Prozent der in einem standardisierten Blindtest geprüften Sekte erreichten dagegen die „Schulnote“ befriedigend nicht. Einen Trost hat der WDR bereit: Die chemische Analyse habe ergeben, dass von dem Billig-Gebräu trotz des teilweise grauenvollen Geschmacks eine Gesundheitsgefahr nicht ausgehe.

Ein glattes „mangelhaft“ gab es beim WDR-Test für den italienischen Vertreter „Massimo Spumante“ und den DLG-prämierten Beeren-Perlwein „Graf Artos“. Die Tester bemängelten bei beiden Kandidaten muffigen und anderen unangenehmen Geruch sowie einen bereits fortgeschrittenen Oxydations-Prozess. Auch bei anderen Sekten gab es Bewertungen wie: „unsauber“, „langweilig, pappig“ und „mit Kohlensäure aufgepeppt“. Dabei seien sich die Fachleute einig gewesen: Bei einem Preis von weniger als drei Mark wie bei der Marke „Römer Krönung“ könne eigentlich kein vernünftiges Produkt mehr angeboten werden.

Knappe Preiskalkulation

Martin Kühn, Weinkontrolleur des Landes Nordrhein-Westfalen, zu der Preiskalkulation bei Sekt: „Auf jede Flasche kommen zwei Mark Sekt-Steuer und 50 bis 70 Pfennig für die Ausstattung, also Etikett, die Flasche und den Verschluss. Dazu kommen mindestens 40 Pfennig Mehrwertsteuer. Da kann sich jeder ausrechnen, wie viel bei seinem Sekt für den Grundwein übrig bleibt.“

Keine Chemie-Panscherei

„Chemie-Panschereien“ gibt es nach Aussage von Ludwig Wengenmayer, Chef-Weineinkäufer der Rewe-Gruppe, trotzdem nicht. Die Grundweine aus Spanien und Italien kosteten nur einen Spottpreis, dürften aber nach geltendem EU-Recht in Deutschland zu Sekt weitervergoren werden.

Auch Champagner fiel durch

Die Billigprodukte würden nach dem Rezept hergestellt: Minderwertiger Wein, ein wenig Säure und Zucker - fertig ist die Silvester-Brause, berichtete der WDR. Geschmackssicher hätten die Fachleute die Billig-Sekte wie den spanischen „Don Cavall“, Note 3,4, oder den Riesling-Sekt „Feist“, Note 4,3 erkannt. Aber auch den im Test-Korb versteckten Champagner „Vauve Monsigny“ für 19,98 Mark, der zum Vergleich nach dem selben Verfahren getestet worden sei, hätten sie herausgeschmeckt. Er sei mit der Note 3,3 nur auf Rang sechs gekommen - die Tester hätten auch hier alte und muffige Grundweine ausgemacht.

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