22.09.2004 · Dem zum Islam konvertierten einstigen Popstar Cat Stevens ist als Terrorverdächtigem die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert worden.
Amerikanische Sicherheitsbehörden haben die frühzeitige Landung eines Passagierflugzeugs befohlen, da sich unter den 449 Fluggästen der frühere Popsänger Cat Stevens befand. Stevens, der sich seit seiner Wandlung zum muslimischen Friedensaktivisten Yusuf Islam nennt, wurde am Dienstag auf dem Flughafen von Bangor im Bundesstaat Maine in Gewahrsam genommen und verhört.
Er sei ein Sicherheitsrisiko für die Vereinigten Staaten, teilte ein Sprecher des Ministeriums für Heimatschutz mit. Islam unterstütze mehrere Organisationen, von denen man annehme, daß sie Beziehungen zu Terroristen hätten, erläuterten Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden den Verdacht gegen den früheren Popsänger, der am Mittwoch zurück nach London geschickt werden sollte. Als Cat Stevens feierte er in den sechziger und siebziger Jahren große Erfolge ("Wild World", "Morning Has Broken"). Im Alter von 29 Jahren konvertierte er 1977 zum Islam und gab seine Karriere als Popmusiker auf.
Finanzierer militanter Gruppen?
Unter seinem muslimischen Namen steht er angeblich auf mehreren Terrorwarnlisten, unter anderem auf einer vertraulichen Flugverbotsliste, auf der Personen geführt werden, die nicht in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen. Doch wurde erst bei einem Datenabgleich mit der Passagierliste über dem Atlantik festgestellt, daß Islam eigentlich nicht in London an Bord des Flugzeugs hätte kommen dürfen. Die Verkehrssicherheitsbehörde ordnete daraufhin eine Landung auf dem nächstgelegenen Flughafen an der Ostküste an.
Ein Sprecher der Behörde sagte, man habe vermeiden wollen, daß das Flugzeug mit Islam an Bord in den Luftkorridor hineinfliege, in dem New York und Washington lägen. Noch vor wenigen Monaten hatte der frühere Popsänger, der ursprünglich Stephen Georgiou hieß und von Verehrerinnen wegen seiner Augen "cat" (Katze) genannt wurde, jedoch dem Vernehmen nach in New York eine Wohltätigkeitsveranstaltung besucht und dort für eine DVD von seiner großen "MajiKat-Tournee" 1976 durch Nordamerika geworben.
Islam durfte vor einigen Jahren schon nicht nach Israel einreisen, da der Verdacht bestand, von ihm geleitete Wohltätigkeitsorganisationen hätten militante Gruppen wie Hamas finanziert. Außerdem unterstützte er angeblich 1989 den Mordaufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie. Dazu sagte Islam später, er habe einen Protest gegen "Die Satanischen Verse" unterstützt, nicht jedoch eine Verfolgung des Autors.