Psychologen der polnischen Regierung gehen dem Verdacht nach, dass Tinky Winky, ein Held der britischen Kinderserie "Teletubbies", heimlich homosexuelle Werte vermittelt. Tinky Winky hatte den Argwohn der Regierungsbeauftragten für Kinderrechte, Ewa Sowinska, durch seine Vorliebe für lilafarbene Strampelanzüge und seine schwarze Damentasche erweckt.
Sowinska gehört der kleinen nationalklerikalen Regierungspartei "Liga Polnischer Familien" an, deren stellvertretender Vorsitzender unlängst angeregt hat, schwule Demonstranten "mit Stöcken" zur Räson zu bringen, und deren Vorsitzender, Erziehungsminister Giertych, bekennende Homosexuelle vom Lehrerberuf ausschließen will. In einem Interview sagte sie Anfang der Woche, sie sei von Journalisten auf Tinky Winkys Machenschaften aufmerksam gemacht worden und habe darauf die Psychologen ihrer Dienststelle gebeten, die Sache zu untersuchen.
Seit der Präsident des Parlaments, Sejmmarschall Dorn von der Partei der regierenden Zwillingsbrüder Kaczynski, Frau Sowinska gebeten hat, die polnische Regierung "nicht der Lächerlichkeit preiszugeben", ist die Kinderbeauftragte etwas milder gestimmt. Der "Rzeczpospolita" vom Mittwoch sagte sie, sie habe Tinky Winkys Verhalten selbst im Fernsehen geprüft und glaube nunmehr, dass der Verdacht "homosexueller Propaganda" nicht wirklich auf ihm laste.
Polen heute
Mattias Jansson (mattias_mateusz)
- 31.05.2007, 13:13 Uhr
Kommentar aus Polen
Michal Woznica (MichalWoznica)
- 31.05.2007, 14:39 Uhr
Aufklärung?
Torsten Klier (TorstenKlier)
- 05.06.2007, 00:02 Uhr