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Tankerunglück Ölteppich der Prestige erreicht Frankreich

Erstmals sind Ölklumpen, die aus dem vor sieben Wochen havarierten Großtanker „Prestige“ stammen, an der französischen Küste entdeckt worden.

© dpa Vergrößern Erste Säuberungsversuche an der französischen Küste.

Knapp sieben Wochen nach der Havarie des Großtankers „Prestige“ vor Spanien hat die Ölpest südlich von Bordeaux auch die Atlantikküste Frankreichs erreicht. Auf einer Länge von acht Kilometern sind Ölklumpen an die Strände südlich des Ferienortes Biscarosse gespült worden, teilte die örtliche Präfektur am Mittwoch mit. Laboruntersuchungen hätten ergeben, dass das Öl aus dem am 19. November gesunkenen Unglücksschiff stamme. Luftaufnahmen zeigten aber, dass die Verschmutzung noch begrenzt sei.

Eine Ansammlung größerer Ölteppiche aus der „Prestige“ war zuletzt etwa 180 Kilometer vor den französischen Küsten gesichtet worden. Spanische Experten warnen aber schon seit Tagen, der starke Wind treibe die „schwarze Flut“ aus rund 5.000 Tonnen Schweröl schneller nach Frankreich als vermutet.

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Gerichtliches Nachspiel in Spanien

In Spanien wird die Katastrophe ein gerichtliches Nachspiel haben. Ein Ermittlungsrichter in der von der Ölpest schwer betroffenen Gemeinde Corcubión will prüfen, ob die Regierung wegen ihrer Entscheidung, den Tanker aufs offene Meer zu schleppen, zur Verantwortung gezogen werden kann.

Die „Prestige“ war am 13. November leck geschlagen und sechs Tage später etwa 250 Kilometer vor der spanischen Atlantikküste auseinander gebrochen und 3600 Meter tief gesunken. Etwa 30 000 Tonnen giftiges Schweröl strömten ins Meer. Experten meinen, das Schiff hätte in einen Hafen oder eine geschützte Bucht gebracht werden müssen, um die Ladung abzupumpen. Die Regierung weist alle Vorwürfe zurück.

Schwere See verhindert Aufräumarbeiten

Raue See und ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern in der Stunde machten die Säuberungsarbeiten an der spanischen „Todesküste“ am Mittwoch nahezu unmöglich. Auch die ausländischen Spezialschiffe, darunter die deutsche „Neuwerk“, sowie das französische Mini-U-Boot „Nautile“ konnten nicht auslaufen. Am Neujahrstag waren in der Region 9.000 Helfer im Einsatz, unter ihnen 3.000 Soldaten.

Die Ölpest kommt den spanischen Staat vermutlich weitaus teurer zu stehen als bislang angenommen. Nach einer von der Zeitung „La Voz de Galicia“ in Auftrag gegebenen Studie könnten sich die langfristigen Schäden auf bis zu zehn Milliarden Euro belaufen. Diese Summe ergibt sich nach Schätzungen von Wirtschaftsexperten aus den notwendigen Investitionen für die Säuberungsarbeiten und die Regeneration der Küsten, die Subventionen für die Tausenden geschädigten Fischer und die Wiederbelebung der Wirtschaft in den betroffenen Regionen.

Pro Tonne an Land geschwemmten Öls müssen demnach zwischen 170.000 und 340.000 Euro aufgewendet werden. 90 Prozent dieser Kosten soll der Staat tragen, da es keine Versicherung gebe, die die Schäden einer solchen Katastrophe abdecke.

Quelle: dpa

 
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