11.08.2005 · Woher kommen die blauen Augen? Wenn Väter daran zweifeln, ob ihre Kinder wirklich von ihnen sind, liegen sie nicht selten richtig. Eine Studie aus Großbritannien ergab, daß vier Prozent aller Väter ohne ihr Wissen sogenannte „Kuckuckskinder“ aufziehen.
Woher kommen die blauen Augen? Warum hat das Kind anders als seine Eltern blonde Haare? Wenn Väter daran zweifeln, ob ihre Kinder wirklich von ihnen sind, liegen sie nicht selten richtig, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Universität John Moores im britischen Liverpool ergab.
Demnach dürften fast vier Prozent aller Väter ohne ihr Wissen sogenannte „Kuckuckskinder“ aufziehen, die sie nicht selbst gezeugt haben. Für ihre Untersuchung wertete das Team des Forschers Mark Bellis 17 Studien aus den Jahren 1950 bis 2004 aus. Dabei variierte der Prozentsatz der gehörnten Väter zwischen 0,8 und 30 Prozent, wie sie im „Journal of Epidemiology and Community Health“ berichteten. Im Mittel errechneten sie daraus einen Wert von 3,7 Prozent.
Nicht immer ist Untreue im Spiel
Nicht immer ist Untreue der Mutter im Spiel. Zuweilen unterliegt sie selbst dem Irrglauben, daß ein Kind vom neuen Partner stammt, obwohl es tatsächlich noch vom Vorgänger gezeugt wurde. Eher selten sind laut Bellis Fehler bei der künstlichen Befruchtung.
Schwere Folgen für das Familienglück kann nach Einschätzung der Forscher die immer stärkere Verbreitung von Gentests in der Medizin haben. Dabei geht es weniger um Vaterschaftstest im engeren Sinne, sondern etwa die Untersuchung auf Erbkrankheiten, die plötzlich ungewollte Ergebnisse zu Tage fördern. Dies könne „zur Zerstörung von Familien“ führen und vor allem auch für das betroffene Kind eine Katastrophe sein, warnen die Autoren. Andererseits könnten auch nagende Zweifel beim Vater an der Herkunft der Nachkommen das Familienglück nachhaltig beeinträchtigen.