Home
http://www.faz.net/-gum-qvyv
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Studie Nichts fürchtet der Deutsche mehr als steigende Preise

 ·  Angst und fehlende Zuversicht gehören offenbar zum deutschen Wesen. Nach einer aktuellen Studie plagt jeden zweiten Deutschen inzwischen Zukunftsangst. Unsere größte Angst: Steigende Preise - noch vor Arbeitslosigkeit oder einem Krieg.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (3)

Die Angst der Deutschen ist laut einer Studie auf einem Rekordhoch. Jeder Zweite blicke inzwischen mit großer Angst in die Zukunft. Das ergab eine am Donnerstag in Berlin vorgestellte Langzeituntersuchung der R+V-Versicherung. Danach fürchten sich die meisten Bürger (72 Prozent) vor steigenden Preisen und vor einer schlechteren Wirtschaftslage (70 Prozent). An dritter Stelle stehe die Sorge um den Arbeitsplatz (68 Prozent). Zurück ging dagegen die Angst vor Terror und Krieg.

Für die 15. Ausgabe ihrer Studie befragte das R+V-Infocenter rund 2400 Deutsche. 52 Prozent sprachen von großer oder sehr großer Angst, im vergangenen Jahr waren es 48. „Die Bürger sind doppelt so ängstlich wie vor 15 Jahren“, sagte Rita Jakli, Leiterin des Infocenters. Gründe für die große Verunsicherung seien die schlechte Wirtschaftslage, die Diskussion um Sozialreformen und die wachsende Arbeitslosigkeit. „Die Leute denken: Jetzt kann es auch mich selber treffen.“ Dagegen sei die Furcht vor Straftaten, Terrorismus und vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung „völlig in den Hintergrund“ getreten.

Sorgen der Älteren haben immer mehr Gewicht

Weiterhin sind Ostdeutsche der Studie zufolge ängstlicher als die Menschen im Westen. Im dritten Jahr in Folge haben in den neuen Bundesländern 54 Prozent große Angst vor dem, was kommen kann. Nach 47 Prozent im Vorjahr liegen die Bewohner des Westens nun mit 51 Prozent jedoch nur noch knapp hinter ihren Mitbürgern im Osten. Im Vergleich der einzelnen Bundesländer sind die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg mit einem Angst-Index von 43 Prozent am zuversichtlichsten, während in Mecklenburg-Vorpommern die Angst am größten ist (56 Prozent).

Wie bisher äußerten sich Frauen meistens ängstlicher als Männer. Weil die Deutschen länger leben und zugleich weniger Kinder bekommen, fallen bei der Untersuchung nach Jaklis Worten die Sorgen Älterer immer stärker ins Gewicht. Diese fürchteten vor allem, schwer zu erkranken, ein Pflegefall zu werden und zu verarmen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen