02.08.2006 · Kinder in Deutschland werden immer reicher. Im Durchschnitt hatte im vergangenen Jahr jedes Kind im Alter von sechs bis 13 Jahren 1006 Euro zur Verfügung; im Vorjahr waren es noch 915 Euro.
Kinder in Deutschland werden immer reicher. Im Durchschnitt hatte im vergangenen Jahr jedes Kind im Alter von sechs bis 13 Jahren 1006 Euro zur Verfügung; im Vorjahr waren es noch 915 Euro. Das teilte der Egmont-Ehapa-Verlag mit, der 1652 Kinder dieser Altersgruppe für seine „Kids-Verbraucher-Analyse“ befragt hat – eine seit mehr als zehn Jahren jährlich erstellte Umfrage, die im Auftrag von Kinder- und Jugendbuch-Verlagen das Konsum- und Medienverhalten der Zielgruppe untersucht. Damit hätten die 5,8 Millionen Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren ein Gesamtvermögen von annähernd sechs Milliarden Euro. Im Durchschnitt erhält demnach zur Zeit jedes Kind monatlich 20 Euro Taschengeld, bekommt 68 Euro zu seinem Geburtstag und 77 Euro zu Weihnachten. Prall gefüllt sind vor allem die Sparkonten der Kinder: Im Durchschnitt haben sie 615 Euro gespart.
Dabei unterscheiden sich nach Angaben des Verlags die Konsumgewohnheiten von Mädchen und Jungen kaum: 61 Prozent des Taschengeldes werden für Süßigkeiten ausgegeben, 35 Prozent für Zeitschriften und Comics. Jedes vierte Kind gebe einen Teil seines Taschengeldes auch für Fast food aus; vor zwei Jahren gab erst jedes fünfte Kind dafür Geld aus. Die Jungen lesen gerne die Zeitschriften „Micky Maus“ und „Disney Lustiges Taschenbuch“, die Mädchen favorisieren „Barbie“ und das Pferdemagazin „Wendy“. 73 Prozent der Eltern gaben an, mit in die Zeitschriften ihrer Kinder zu schauen.
Siegeszug des Computers
Der Siegeszug des Computers in deutsche Kinderzimmer geht nach Erkenntnissen der Studie weiter voran. 3,5 Millionen Kinder der untersuchten Altersgruppe haben demnach einen Computer zu Hause, der allerdings nur 17 Prozent der Kinder alleine gehört und meist von der Familie mitgenutzt wird. Das Internet werde immer populärer. Fast jedes zweite Kind surfe schon im Internet. Annähernd 70 Prozent der Jugendlichen im Alter von zehn bis 13 Jahren und 22 Prozent der Kinder von sechs bis neun Jahren nutzen das Netz. Es werde in erster Linie von 79 Prozent der jugendlichen Anwender – von Jungen und Mädchen gleichermaßen – als Informationsquelle für die Schule genutzt.
Doch die Kinder fragen auch immer mehr Unterhaltungselektronik nach. Vor allem MP3-Player, DVD-Geräte, tragbare CD-Spieler sowie Stereoanlagen stünden in der Gunst ganz oben. Auch gab jedes dritte Kind an, im Zimmer einen eigenen Fernseher zu haben. Die Verbreitung von Handys setzt sich nach Angaben des Egmont-Ehapa-Verlags weiter fort. Aber wegen der günstigeren Tarife und stärkerer Kontrolle durch die Eltern seien die Kosten gesunken. Jedes dritte Kind besitzt ein Handy. Die Kosten müsse rund ein Viertel der Kinder selbst tragen. In den meisten Fällen bezahlten die Eltern einen Teil oder die gesamte Handy-Rechnung. Im Durchschnitt geben die Kinder jährlich 284 Euro für ihr Handy aus. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 297 Euro.
Weiterhin sind Kinder nach Informationen des Verlags markenbewußt. Sie legten vor allem bei ihrer Kleidung Wert auf Etikette: 58 Prozent der Kinder seien die Marken ihrer Sportschuhe wichtig, 54 Prozent achteten beim Kauf der Schulranzen und Taschen auf den Hersteller und 50 Prozent beim Erwerb ihrer Bekleidung. Bei Schuhen, Uhren und Fahrrädern dagegen ist ihnen die Marke meist egal.