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Studie In Megastädten lebt man besonders gefährlich

13.01.2005 ·  Die Großstadt bietet keine Sicherheit: Wo mehr als zehn Millionen Einwohner zusammenleben, drohen mehr Gefahren durch Naturkatastrophen und Anschläge als andernorts, belegt eine aktuelle Studie.

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Die Metropolen Tokio und San Francisco sind die am stärksten durch Naturkatastrophen bedrohten Ballungsräume der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der größte Rückversicherungskonzern der Welt, Münchener Rück, am Dienstag in München vorgestellt hat.

Die Risikoforscher des Finanzkonzerns untersuchten dabei, in welchen Ballungszentren mit mehr als zehn Millionen Einwohnern die höchsten Sachschäden durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Stürme oder Flutwellen drohen. Das Ergebnis führten sie in einer "Risikoindex"-Ziffer zusammen, die um so höher ist, je größer die zu befürchtenden Schäden sind. Die Untersuchung zeigt, daß vor allem Erdbeben, Gewitter und Überschwemmungen eine erhebliche Bedrohung darstellen.

Am gefährlichsten im Ruhrgebiet

Tsunami-Flutwellen sind dagegen seltener. Eine hohe Tsunami-Gefährdung sehen die Forscher nur für Lima, die Hauptstadt Perus. Im Gesamtergebnis ist die Gefahr in der japanischen Hauptstadt mit Abstand am größten: "Tokio hat eine einsame Spitzenstellung", bilanzierte Anselm Smolka, einer der Autoren der Studie. Grund sei die Kombination aus großen Naturgefahren durch Erdbeben und Taifune sowie einer großen Ballung von Vermögenswerten in der japanischen Hauptstadt. Im Großraum Tokio leben rund 35 Millionen Menschen. Zugleich entfallen rund 40 Prozent der japanischen Wirtschaftskraft auf diese Region. Das kalifornische San Francisco mit rund sieben Millionen Einwohnern wird ebenfalls vor allem durch Erdbeben bedroht.

In ihre Untersuchung haben die Risikoforscher der Münchener Rück auch drei deutsche Ballungsräume einbezogen: Für das Ruhrgebiet ermittelten sie dabei die höchste Gefährdung vor dem Rhein-Main-Gebiet und deutlich vor Berlin. Die drei deutschen Ballungsräume sehen die Wissenschaftler vor allem durch Winterstürme, Gewitter und Überschwemmungen bedroht. Risikoexperte Smolka sagte, daß die Münchener Rück bei der Untersuchung keine hypothetischen Katastrophenszenarien zugrunde gelegt habe. "Die Bedrohung ist Realität", sagte Smolka und verwies auf die schweren Erdbeben, die 1995 Kobe und 1906 San Francisco verwüstet hatten. Die Zerstörung von Kobe sei dabei mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von mehr als 100 Milliarden Dollar die teuerste Naturkatastrophe der Geschichte gewesen.

Quelle: theu. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Januar 2005
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