03.09.2009 · Jede dritte Ehe scheitert, aber nur 16 Prozent aller Deutschen fürchten „das Zerbrechen ihrer Partnerschaft“. Obwohl die Arbeitslosenquote unter 10 Prozent liegt, fürchten zwei Drittel der Menschen den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Eine Studie widmet sich den Ängsten der Deutschen.
Die Deutschen haben nicht mehr Ängste als in den vergangenen Jahren. Selbst die Wirtschaftskrise lässt die Bürger weitgehend unbeeindruckt. Zugleich zeigt die am Donnerstag vorgestellte Studie „Die Ängste der Deutschen 2009“, dass sich die Menschen in Brandenburg die größten Sorgen machen, während die Einwohner von Baden-Württemberg, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland besonders optimistisch in die Zukunft schauen. Insgesamt liegt das „durchschnittliche Angstniveau“ unverändert bei 44 Prozent, was angesichts der schweren Wirtschaftskrise „geradezu sensationell“ ist, wie Manfred Schmidt mitteilt, Politologe an der Universität in Heidelberg und Berater des R + V Infocenters.
Schon zum 19. Mal wurden 2400 Personen in einer repräsentativen Studie nach ihren 16 größten Ängsten befragt. Angstmacher Nummer eins sind – wie in den vergangenen Jahren – die Wirtschaftsthemen: Zwei von drei Deutschen (66 Prozent) befürchten eine „Verschlechterung der Wirtschaftslage“, knapp gefolgt (65 Prozent) von der Sorge, es könnte eine „höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland“ geben.
Unterschiede zwischen Ost und West
Im vergangenen Jahr waren noch „steigende Lebenshaltungskosten“ (76 Prozent) mit Abstand an erster Stelle – wie insgesamt achtmal in den vergangenen zehn Jahren. Der einstige Spitzenreiter ist mit 13 Prozentpunkten am stärksten abgefallen und liegt jetzt mit 63 Prozent nur noch auf Platz drei. Um einen Platz abgerutscht sind auch die „Naturkatastrophen“ (56 Prozent). Die persönlichen Ängste folgen erst auf Platz fünf („Pflegefall im Alter“, 54 Prozent) und Platz sieben („schwere Erkrankung“, 49 Prozent). Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Deutschen gehen von einer „Überforderung der Politiker“ (Platz sechs) aus. Und das, obwohl nach Meinung Schmidts das staatliche Krisenmanagement, die sozialstaatlichen Programme (zum Beispiel „Kurzarbeit statt Arbeitslosigkeit“) sowie der hohe Wohlstand und der soziale Frieden im Land die Ängste der Deutschen in diesem Jahr dämpfen.
Trotz der gemeinsamen Sorgen um wirtschaftliche Themen bleiben Unterschiede zwischen Ost und West. Das zeigt sich besonders bei der Angst vor „eigener Arbeitslosigkeit“: Demnach bangen 58 Prozent der Ostdeutschen um ihren Arbeitsplatz, aber nur 46 Prozent der Westdeutschen. Zudem ist die Angst vor „steigenden Lebenshaltungskosten“ im Osten auch in diesem Jahr noch der Spitzenreiter (72 Prozent) in den neuen Bundesländern geblieben.
Frauen sind ängstlicher
Insgesamt sind Frauen ängstlicher als Männer. Auffällig dabei ist, dass 56 Prozent der Frauen und nur 43 Prozent der Männer sich Sorgen um ihre Gesundheit machen. Interessant auch, dass die Bayern die einzigen Deutschen sind, deren größte Sorge nicht ein Wirtschaftsthema ist. Sie fürchten sich am allermeisten vor „Naturkatastrophen“ (72 Prozent). Schlusslicht schon traditionell ist in Deutschland die Angst vor dem „Zerbrechen der Partnerschaft“. Sie erreicht mit nur 16 Prozent sogar den bislang niedrigsten Wert.
Sinnfreie Umfrage
Michael Mitzsch (Mutzsch)
- 04.09.2009, 01:19 Uhr
Haben die Deutschen keine Angst vor Terrorismus?!
Itzhak Levinski (mohel)
- 04.09.2009, 12:09 Uhr