Es ist der Stoff, der am 9. November getragen wurde, als Männer im Freudentaumel die Mauer bestiegen oder mit Sektflaschen durch das Brandenburger Tor liefen. An jenem Tag war das Jahrzehnt zwar fast schon zu Ende, aber die Stonewashed-Jeans, die zuvor für DDR-Bürger als das Symbol des Westens galt, fand in den Jahren danach reißenden Absatz. Allerdings nicht mehr bei den Wessis, die sich bald mit dunklem Denim vom Ost-Outfit absetzen wollten. Jetzt trägt man wieder stonewashed - bevorzugt jene Menschen unter dreißig, die durch die Gnade der späten Geburt das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks selbst nicht miterleben mussten.